AHF-Information Nr. 42 vom 21.06.1999

Deutschland und Frankreich im Krieg (November 1942 – Herbst 1944)
Okkupation, Kollaboration, Résistance

Deutsch-französisches Historikerkolloquium organisiert vom
Centre d’Études d’Histoire de la Défense und dem Deutschen Historischen Institut Paris
in Zusammenarbeit mit dem
Institut d’Histoire du Temps Présent Paris und dem Institut für Zeitgeschichte München
Paris, Carré des Sciences, 22. und 23. März 1999

Die deutsche Besatzungspolitik während des Zweiten Weltkriegs und deren Folgen für die betroffenen Länder ist in den letzten Jahren zu einem Gegenstand öffentlichen Interesses geworden. Die Diskussion um die "Wehrmachtausstellung" in Deutschland erweckt den Eindruck, daß es sich um ein Thema handelt, dem sich die Geschichtsforschung erst jüngst und dann vor allem mit Blick auf die Ereignisse in Osteuropa angenommen habe. Weder das eine, noch das andere trifft jedoch zu, auch wenn in Westeuropa, speziell im Hinblick auf die eigene Rolle bei der Vernichtung der europäischen Juden, die Beschäftigung mit den Folgen der deutschen Besatzung neue Aktualität bekommen hat.

In Frankreich gehört die Beschäftigung mit der Vorgeschichte und den Ereignissen während der "Années noires" (Jean-Pierre Azéma) seit vielen Jahren zu den herausragenden Fragen. Das Deutsche Historische Institut Paris hat durch regelmäßige Begegnungen zwischen deutschen und französischen Historikern seit Mitte der siebziger Jahre versucht, seinen Teil dazu beizutragen. Gemeinsam mit dem Centre d’Études d’Histoire de la Défense unter der Leitung von Maurice Vaïsse hatte das Institut am 22. und 23. März 1999 in Paris zu einer Tagung mit dem Titel "La France et l’Allemagne en Guerre" eingeladen. Finanziell unterstützt von der Gerda-Henkel-Stiftung Düsseldorf und dem französischen Erziehungsministerium, das die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte, sollten die Ereignisse vom Zeitpunkt des deutschen Einmarsches in die "Freie Zone" am 11. November 1942 bis zur Befreiung des Landes im Herbst 1944 unter dem Titel Okkupation, Kollaboration, Résistance untersucht und diskutiert werden.

Das Kolloquium bildete zugleich den Abschluß jener Serie, die im März 1977 mit einer Tagung zur Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen 1932-1936 in Paris im Senat begonnen und zwei Jahre später in Bonn mit einer Konferenz zu den Jahren 1936-1939 fortgesetzt worden war. Beide Veranstaltungen hatte das DHI in Zusammenarbeit mit dem Comité d’Histoire de la Deuxième Guerre Mondiale unter Henri Michel organisiert. Nach der Gründung des Institut d’Histoire du Temps Présent wurde die Serie zusammen mit François Bédarida und Jean-Pierre Rioux im Dezember 1986 in Baden-Baden mit einer Tagung zum Kriegsende und der ersten Nachkriegszeit, 1944-1947 fortgesetzt. 1988, diesmal in Zusammenarbeit mit dem Institut d’Histoire des Conflits Contemporains unter der Leitung von Guy Pedroncini, wandte man sich dann in Wiesbaden der ersten Hälfte des Krieges, den Jahren 1939-1942 zu. In seinem Schlußwort hob Raymond Poidevin damals hervor, daß knapp zehn Jahre nach Öffnung der Archive in Frankreich vom Januar 1979 damit zwar nun ein erster wichtiger Schritt getan worden sei, daß aber - und dies gelte nicht zuletzt auch mit Blick auf die deutsche Seite - zahlreiche Fragen zur Geschichte Frankreichs unter deutscher Besetzung noch der gründlichen Erforschung bedürften.

Dieser Forderung versuchten die Organisatoren mit der Veranstaltung im Carré des Sciences gerecht zu werden. Die Bitte zumal an jüngere Forscher um möglichst aktuelle Beiträge fand mit fast sechzig eingereichten Manuskripten ein überraschend breites Echo. Im Interesse einer intensiven Diskussion, für die das CEHD eine Simultanübersetzung bereitstellte, wurde auf Einzelvorträge verzichtet. In zehn Sektionen, in denen die Beiträge jeweils von einem eigens bestimmten Berichterstatter in knapper Form vorgestellt wurden, kamen neben den politischen, militärischen, wirtschaftlichen und administrativen Rahmenbedingungen auch die menschliche Seite, der Alltag im Krieg einschließlich Gefangenschaft und Zwangsarbeit in Deutschland, vor allem aber die Folgen der Rassepolitik wie Verfolgung, Enteignung und Deportation zur Sprache. Eine eigene Sitzung wurde dem Problem des schwierigen Umgangs mit jener Vergangenheit, die nicht vergehen will (Henry Rousso), vorbehalten.

Die Fülle der Themen und der darin angesprochenen Einzelaspekte, die in dichter Folge präsentiert wurden, wird wohl erst die geplante Veröffentlichung der Tagungsakten angemessen deutlich machen. Im Rahmen dieses knappen Berichts seien aber zumindest einige der Schwerpunkte kurz und in der Reihenfolge der einzelnen Sektionen angesprochen:

In den beiden Eröffnungsreferaten wiesen Bernd Wegner und Jean-Pierre Azéma auf den Zäsurcharakter der Jahreswende 1942/43 hin. Nicht nur unter militärischen und strategischen, sondern auch psychologischen Gesichtspunkten bildeten der deutsche Einmarsch in die bis zum 11. November 1942 unbesetzte Südzone als Reaktion auf die alliierte Landung in Nordafrika, der Wechsel de Gaulles von London nach Algier, und schließlich die Schlacht von Stalingrad einen deutlichen Einschnitt. Hitler hatte für Frankreich in seinem Europa, dies wurde Ende 1942 vollends offenkundig, keinen eigenen Platz vorgesehen (Berichterstatter: Marie-Luise Recker, Beiträge: Corinna Franz, Michel Catala, Stefan Grüner). Trotz aller Bemühungen von Otto Abetz und Fernand de Brinon, der Pierre Laval darin am Ende des Krieges noch zu überbieten suchte, spielte Frankreich im deutschen Kalkül lediglich unter militärischen, keinesfalls mehr aber unter politischen Gesichtspunkten eine besondere Rolle.

Die Reaktion der Franzosen auf die deutsche Besatzungspolitik (Berichterstatter: Philippe Burrin, Beiträge: Marc Olivier Baruch, Bernd Kasten, Ulrich Lappenküper, Eckard Michels, Christiane Tichy) blieb weiterhin geprägt von einem ständigen Schwanken zwischen Attentismus und Engagement. Im Zweifel überwog jedoch die Bereitschaft, sich auch weiterhin mit dem Besatzer unter dem Stichwort "Accomodation" zu arrangieren. Mit der Kontrolle über die Polizei und die Verwaltung erhielt Vichy die Fiktion der eigenen Selbständigkeit weiter aufrecht. Trotz vollständiger Besetzung, die im Grunde einem Bruch des Waffenstillstandes von 1940 gleichkam, konnte somit auch weiterhin beides in französischer Hand bleiben. Der deutschen Besatzungsmacht, die unter wachsendem Personalmangel litt, kam dies sehr entgegen. Wie erschreckend effektiv sich diese Zusammenarbeit gestaltete, zeigte sich vor allem bei der sogenannten "Endlösung der Judenfrage", die man in Berlin mit der Ernennung eines "Höheren SS- und Polizeiführers" nun auch in Frankreich organisiert und durch entsprechende Vereinbarungen in "geordnete Bahnen" gelenkt sehen wollte.

Das Alltagsleben im Krieg (Berichterstatterin: Dominique Veillon, Beiträge: Christian Bougard, Jacques Girault, Laurent Latruwe, Insa Meinen, Émile Poulat, Detlef Vogel) stand im Zeichen von zunehmenden Entbehrungen, speziell dem Lebensmittelmangel, und Gefahren, wie z. B. den alliierten Luftangriffen. Aus der ständigen Präsenz deutscher Soldaten und Zivilisten resultierten jedoch nicht nur Ablehnung, sondern auch Berührung. Es war charakteristisch für das Bemühen der Besatzungsmacht, das Zusammenleben zwischen Deutschen und Franzosen zu kontrollieren und wo immer möglich - so am Beispiel der Einrichtung von Wehrmachtbordellen - zu reglementieren. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dies zeigen die Unterlagen der Briefzensur, daß sich Unmut und Kritik auf beiden Seiten jeweils erst dann verstärkt bemerkbar machte, als sich die militärische Lage drastisch zu verschlechtern begann.

Während des gesamten Krieges war die französische Wirtschaft für die deutsche Rüstung von entscheidender Bedeutung (Berichterstatter: Emmanuel Chadeau, Beiträge: Lionel Boissou, Hervé Joly, Michel Margairaz, Arne Radtke-Delacor, Danièle Rousselier-Faboulet, Jacqueline Sainclivier, Bernd Zielinski). Zunächst als Rohstofflieferant rücksichtslos ausgebeutet, entwickelte sich Frankreich durch die Übernahme von Produktionsaufträgen rasch zu einem wichtigen Zulieferer für die deutsche Kriegsindustrie. Zwar nicht im gleichem Maß, aber in der prinzipiellen Bereitschaft, den deutschen Wünschen entgegenzukommen durchaus vergleichbar, galt dies auch für die Bereitstellung von Arbeitskräften und die Bereitstellung von Geldmitteln in Form von Besatzungskosten. Doch nicht nur bei den französischen Finanz- und Industrievertretern überwogen lange statt Ansätzen zum Widerstand die Momente der stillschweigenden Übereinstimmung. Auch auf deutscher Seite bestand an einer engen Zusammenarbeit großes Interesse. Die Schwarzmarktaktivitäten des Industriellen Toepfer stellen nur insofern eine Besonderheit dar, weil er mit offiziellem Auftrag tätig war. Das deutsche Telefonverzeichnis für Paris aus dem Jahre 1944 weist die Namen von einigen hundert deutschen Industrievertretern aus, die in der Stadt ein eigenes Büro unterhielten.

Gerade in diesem Zusammenhang darf man nicht übersehen, daß der Krieg viele Franzosen - entweder als Kriegsgefangene oder aber als Zwangsarbeiter sowie nicht zuletzt auch zahllose politische Gefangen im Zuge des sogenannten "Nacht- und Nebelerlasses" - nach Deutschland verschlagen hatte (Berichterstatter: Ulrich Herbert, Beiträge: Markus Eikel, Michel Fabréguet, Patrice Arnaud, André Laurens, Hans Mommsen). Deren Schicksal von Mythen und Legenden zu befreien, die vor dem Hintergrund mangelnder Kenntnis um die genauen Hintergründe und Motive sowie die Bedingungen während des Aufenthaltes in Deutschland selbst zu sehen sind, ist auch weiterhin ein wichtiges Desiderat der Forschung. Wer im Reich arbeitete tat dies keineswegs nur freiwillig im Rahmen der Relève oder aber zwangsweise als (Kriegs-)Gefangener bzw. als Folge des Service de Travail obligatoire. Aus Sicht der Forschung ist blindes Vertrauen in die schriftlichen deutschen und französischen Quellen dabei allerdings ebensowenig angebracht, wie auf die Richtigkeit der Aussagen ehemaliger Betroffener zu bauen. Bevor nicht weitere Regional- und Einzelstudien in größerer Anzahl vorliegen, scheint es für allgemeine Schlußfolgerungen über das Schicksal der Franzosen in Deutschland noch zu früh zu sein.

Ebenso am Anfang steht noch die Erforschung der Auswirkungen der Rassepolitik (Berichterstatter: Annette Wieviorka, Beiträge: Richard Ayoun, Magnus Brechtken, Regina Delacor, Jean-Marc Dreyfus, Anne Grynberg, Philippe Verheyde). Nicht nur die Frage nach den Ursprüngen des berüchtigten Plans, alle europäischen Juden auf die Insel Madagaskar zu verbringen, auch die Bedeutung der Arisierung als einem Faktor im Rahmen der wirtschaftlichen Ausbeutung Frankreichs durch Deutschland läßt sich erst jetzt durch die Öffnung weiterer Archive in Ost und West eingehender untersuchen. Im Falle der Arisierungsmaßnahmen kommt für die Bewertung allerdings erschwerend noch hinzu, daß ein Gutteil der Akten erst nachträglich - im Rahmen der Wiedergutmachung - angelegt wurde. Klarer liegt hingegen der Fall bei der Frage nach der Verstrickung des Pétain’schen État français in die "Endlösung der Judenfrage". In dem ständigen Schacher zwischen Vichy und Berlin um Leistung und Gegenleistung war es am Ende von der anfänglich offerierten Auslieferung der Ausländer bis zur Deportation der französischen Juden nur ein kleiner Schritt.

Bei der Behandlung des schwierigen Themenkomplexes Widerstand und Repression (Berichterstatter: Peter Steinbach, Beiträge: Éric Alary, Roger Bourderon, Ahlrich Meyer, Rita Thalmann, Gerd R. Ueberschär, Alfred Wahl) wird besonders deutlich, daß hier neben dem besonderen Problem der oft fehlenden schriftlichen Quellen noch ein zweiter Aspekt zu beachten ist: die Untersuchung des Wandels in der Zeit. Die deutsche Besatzungspolitik hat im Laufe der vier Jahre ebenso gravierende Veränderungen erfahren, wie umgekehrt Einstellung und Haltung der französischen Bevölkerung. Während man auf französischer Seite sich bereits seit geraumer Zeit vom jahrelang gepflegten Klischee des einheitlichen Widerstandes zu verabschieden begonnen hat, ist es umgekehrt für die deutsche Seite noch längst nicht selbstverständlich anzuerkennen, daß Massaker wie jene von Oradour-sur-Glane und Tulle nicht lediglich kriegsbedingte Ausnahmen waren. Nicht nur im Osten oder in Italien, auch in Frankreich kam es zu ausgedehnten "Militäraktionen" gegen die Zivilbevölkerung.

Trotz den Schrecken brachte der Krieg auch noch andere Seiten hervor. Aber auch das vordergründig so reiche Kulturleben unterlag in der zweiten Kriegshälfte einem Wandel (Berichterstatter: Laurence Betrand Dorleac, Albrecht Betz, Beiträge: Hartmut Frank, Gérard Loiseaux, Gabriele Metzler, Lutz Raphael). Das Dritte Reich suchte mit Ausstellungen und anderen Veranstaltungen das französische Kulturleben im Sinne seiner Selbstdarstellung während der Pariser Weltausstellung von 1937 zu prägen. Trotz vieler Berührungspunkte gelang die völlige Vereinnahmung jedoch zu keiner Zeit. Man profitierte voneinander, versuchte sich zu arrangieren und versuchte zugleich - von Ausnahmen abgesehen - Distanz zu wahren. An den Universitäten und Forschungsinstituten regte sich nur selten offener Widerstand, der die deutsche Seite ihrerseits zu entschiedenen Maßnahmen gezwungen hätte, auch wenn bei der "Épuration" nach dem Krieg etwa die Sorbonne mit 5% Betroffener deutlich unter der landesweit üblichen Quote von 12,5% blieb.

Sofortiger offener Widerstand war aber auch nicht die Sache der Angehörigen der französischen Waffenstillstandsarmee, als sie im November 1942 aufgelöst wurde (Berichterstatter: Bernhard R. Kroener, Beiträge: Claude D’Abzac-Épezy, Jean Delmas, Claude Huan, Reiner Pommerin, Sébastien Laurent, Jean-Noël Grandhomme). Für die deutsche Seite verschlechterte sich zwischen 1942 und 1944 die militärische und strategische Lage dramatisch. Während Hitler entschlossen schien, Frankreich zum Schauplatz einer Entscheidungsschlacht im Westen zu machen, standen die meisten französischen Offiziere vor der schwierigen Frage "Que faire?". Sorge um die Familie, Verlust des Soldes (der trotz der Demobilisierung weitergezahlt wurde) und Bindung durch Eid waren nur drei von vielen Gründen, die einem Wechsel zu de Gaulle im Wege standen. Die Entscheidung zum Aufbau einer Untergrundarmee bzw. einer gutorganisierten militärischen Gegenspionage war auch hier zunächst wohl eher Ergebnis einer attentistischen Grundhaltung denn Ausdruck eines unbedingten Widerstandswillens. Erst der zunehmende Druck durch die Besatzungsmacht (Beschlagnahmung der Waffendepots, Verhaftungen etc.) sowie die Vorzeichen einer bevorstehenden alliierten Landung in Frankreich sorgten dann für ein Umdenken. Hier liegt eine der Erklärungen für die Schwierigkeiten, die später beim Amalgame, der Verschmelzung dieser Organisationen mit den Truppen de Gaulles und des innerfranzösischen Widerstandes zu einer neuen französischen Armee, zu überwinden waren.

Welche Bedeutung messen wir heute den Ereignissen jener Jahre zwischen 1942 und 1944 zu (Berichterstatter: Henry Rousso, Beiträge: Helga Bories-Sawala, Luc Capdevilla, Sabine Schutz, Hans-Ulrich Thamer)? Ist überhaupt eine einheitliche, kollektive Erinnerung denkbar und sinnvoll? War es nicht eher das Wissen um die Schwierigkeiten, dem Einzelnen ohne genaue Kenntnis seiner Motive unmöglich gerecht werden zu können, die die Verantwortlichen nach der Befreiung Frankreichs in ihren öffentlichen Erklärungen entweder zu groben Vereinfachungen veranlaßte, oder aber die Problematik schlicht übergehen ließ? Dies darf jedoch heute nicht dazu führen, daß sich die Forschung in allgemeine philosophische Betrachtungen verliert, sondern sollte im Gegenteil dazu anspornen, durch konkrete Untersuchung einzelner Bevölkerungsgruppen, ob unter dem Schlagwort der "Leidensgemeinschaft" oder einem anderen Leitbegriff, eine "Sozialgeschichte der Erinnerung" zu erarbeiten. Bei der Bewertung wiederum müssen neben individuellen Faktoren sowohl die jeweils herrschenden Umstände als auch deren Entwicklung durch die Zeit einbezogen werden. Die Nachkriegsjahre und der sich wandelnde Umgang mit der Vergangenheit liefern in diesem Zusammenhang zusätzliche wertvolle Aufschlüsse zum eigenen Selbstverständnis.

Für die meisten Franzosen brachte das Jahr 1944 zwar das Ende der deutschen Besatzung, doch die Befreiung Straßburgs zum Jahresende bedeutete noch lange nicht das Ende des Krieges. Mit der Landung in der Normandie und der Provence war den Alliierten zwar zweifellos eine wichtige militärische Vorentscheidung gelungen. Die deutsche Besatzungsherrschaft in Frankreich war mit Ausnahme der "Festungen" im Westen, die bis zum 8. Mai 1945 in deutscher Hand blieben, vorüber. Während Frankreich vor dem Problem eines vollständigen Neuaufbaus stand, plante Hitler mit der Ardennenoffensive bereits die Rückeroberung. In seinem Schlußwort machte Maurice Vaïsse noch einmal eindringlich darauf aufmerksam, daß die Zeit der Leiden mit der "Libération" - auf beiden Seiten - noch lange nicht zu Ende war.

 

Stefan Martens, Paris


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