AHF-Information Nr. 38 vom 17.06.1999

Beyond the Book: The Emblem in early modern culture -
über das Emblembuch hinaus: Das Emblem in der europäischen Kultur der frühen Neuzeit

Arbeitsgespräch der Herzog August Bibliothek vom 7. bis 10. März 1999 in Wolfenbüttel

 

Dr. Gerhard F. Strasser und Dr. Mara Wade, zwei seit Jahren an der Herzog August Bibliothek auf dem Gebiet der angewandten Emblematik arbeitende, in den USA tätige Germanisten und Komparatisten, veranstalteten vom 7.-10. März 1999 an der Herzog August Bibliothek ein Arbeitsgespräch, das über das Emblembuch hinausgehend den Einfluß dieses Genres auf die europäische Kultur der Frühen Neuzeit von verschiedensten Aspekten her beleuchten wollte. Sie konnten dazu in einem Rahmenprogramm solche Umsetzungen der Emblematik vorstellen, zunächst den aus dem Jahre 1749 stammenden "Fliesensaal" des zwischen Hildesheim und Alfeld liegenden Schlosses Wrisbergholzen, durch den der erste Referent des Arbeitsgesprächs führte, Dr. Johannes Köhler (TU Hildesheim). In dem Schloß, das in einem Dornröschenschlaf zu verharren scheint, finden sich etwa 680 hochformatige "Emblemfliesen", die spätestens 1749 in der heute noch als Kulturdenkmal erhaltenen Wrisbergholzener Fayence-Manufaktur gebrannt wurden.

Am Montagmorgen knüpfte Dr. Köhler an diese Exkursion an und erläuterte zunächst allgemein die Provenienz der in Delfter Blau gehaltenen Fliesen, die aus Emblembüchern von Diego Saavedra, Otto van Vaen, Joachim Camerarius und Daniel Cramer übernommen wurden. Er wies auf die Schwierigkeit hin, über allgemeine thematische Zusammenhänge in einigen Wandbereichen hinaus ein Emblemprogramm zu erkennen und zeigte dies im besonderen anhand der zwölf weit verstreuten "Monatsfliesen". In vielen Fällen kann man von einer Wandlungsfähigkeit der Emblemmotive sprechen, die Dr. Köhler trotz Friedhofsmotiv mit Totenschädel in der letzten Emblemfliese als Ausdruck eines bejahenden Lebensgefühls durch die Familie der Grafen von Goertz im Rahmen der Aufklärung interpretierte. In der anschließenden Diskussion wurde betont, daß an diesen Emblemfliesen ein Prozeß der Säkularisierung der ursprünglich religiösen Epigramme festzustellen sei.

Dr. Sabine Mödersheim (University of Wisconsin, Madison) zeigte sodann am Beispiel des Nürnberger Rathauses die Verbindung von Architektur und Emblematik auf. Fotografien nach der Restaurierung nach der Jahrhundertwende erlauben es, den im Krieg leider vollständig zerstörten "Großen Saal" dennoch auf das Zusammenspiel verschiedener allegorischer Formen und architektonischer Formate hin zu untersuchen. Begonnen im 16. Jahrhundert und nach Entwürfen Nürnberger Künstler wie Albrecht Dürer und Veit Fischer konzipiert, wurde die Dekoration noch im 17. Jahrhundert kurz vor Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges erweitert. Dr. Mödersheim arbeitete das ikonographische Programm des Saales heraus, das dank diverser Archivmaterialien, Vorlagezeichnungen für die emblematischen Medaillons sowie des 1617 erschienenen Emblembuchs von Peter Isselburg rekonstruiert werden kann - wobei die 'Emblemata Politica in aula magna Curiae Noribergensis depicta' die fertiggestellten Embleme abkopierten und somit nicht als Vorlage gelten können. Interessant ist bei diesem Programm das hohe Selbstverständnis des Rates der Stadt, der an der Südseite mit seinen 12 hohen, den Blick auf Nürnberg freigebenden Fenstern in mehreren Emblempaaren und Rundbildfriesen Bürgertugenden zur Schau stellte.

Auch Dr. Mara R. Wade (University of Illinois, Urbana-Champaign) bezog sich in ihrem Referat auf Material aus der Reichsstadt, nämlich auf "Die Nürnberger Friedensembleme 1649/1650". Dr. Wade behandelte ein einzelnes emblematisches Motiv, den Regenbogen über einer Stadt, das auch als Teil des emblematischen Programms im Nürnberger Rathaus zu finden war. Die Stadt, die in diesem Emblem abgebildet wird, konnte anhand eines Vergleichs mit der Darstellung Nürnbergs in Schedels 'Weltchronik' als die freie Reichsstadt Nürnberg identifiziert werden. Das Regenbogenemblem, das auch in Isselburgs 'Emblemata Politica' abgebildet wurde, unterstreicht das Selbstbewußtsein der Nürnberger am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges. In den Jahren 1649-1650 erschien dieses Emblem wieder als Zeichen des hohen Selbstverstandes der Nürnberger Bürger als Teil der von Georg Philipp Harsdörffer entworfenen Tafeldekoration bei dem sog. "schwedischen Friedensmahl", dem von Carl Gustav Pfalzgraf am Rhein veranstalteten Bankett im Sept./Okt. 1649. In mehreren von den Pegnitzschäfern Klaj und Birken veröffentlichten Drucken spielt das Regenbogenemblem nochmals eine bedeutende ikonographische Rolle, diesmal als Symbol von Nürnberg als Friedensburg umfunktioniert.

Mehr auf den Genius loci zurück verwies Dr. Sara C. Smart (University of Exeter, England), als sie über "Das Emblem als Dekoration einer Festtafel: Zur Funktion des Emblems bei der Einweihung des Salzdahlumer Lustschlosses 1694" sprach. Auf einer "kurtzen wirklichen Beschreibung" des Festtages durch Friedrich Christian Bressand fußend, eines von Herzog Anton Ulrich an den Hof gebrachten jungen Dichters, analysierte Dr. Smart die 60 an Bäumen aufgehängten Embleme, die dem Alter der Herzogin entsprachen. Obwohl Bressand zu den auf drei Gruppen verteilten Emblemen (Kirche, Herzogin, Hochzeitspaare) kein Bildmaterial lieferte, bieten die lateinisch und deutsch gehaltenen Subscriptiones reichlich Anhaltspunkte dafür, daß sich Anton Ulrich in absolutistischer Manier im Gegensatz zu seinem Vater, Herzog August dem Jüngeren, als unantastbarer Hauptgott durch Sonnenemblematik verherrlichen ließ. Auch als Mäzen und Förderer der Künste wurde Herzog Anton Ulrich, der selbst für die Architektur Salzdahlums zeichnete, gezeigt; auf ihn gehe letztlich die Absonderung des Fürsten vom Volk in dem von Wolfenbüttel abgelegen neuen Schloß zurück. In der lebhaften Diskussion wurden natürlich Parallelen zu Menestriers Emblemen auf Ludwig XIV. gezogen; auch eine Untersuchung der Wandlung der Sonnenemblematik vom Anfang bis zum Ende des 17. Jahrhunderts erschien in diesem Zusammenhang ein Desiderat.

Dr. Claudie Balavoine (CRNS, Tours/Paris) stellte anschließend die Frage nach der "Validity of Emblematic References in Interpreting 16th-Century Images". Als Ausgangspunkt diente ihr ein Gemälde von Holbein (das 1521 angefertigte Bild von Desiderius Erasmus), in dem sie in der dekorativ oben an einem Pilaster angebrachten Sirene kein emblematisches Muster sah und zum Vergleich das Porträt Jakob Meyers "zum Hasen" aus dem Jahre 1516 sowie die 1537 datierte Vorzeichnung zum Bild Heinrichs VIII. heranzog. Ein weiteres Beispiel war die dekorative Fassade des Basler "Haus des Tanzes", von Holbein um 1520 entworfen und 1571 von Hans Bock ausgeführt, in dem sich eine Reihe von Emblemen Alciatis finden lassen. Dabei stellte Dr. Balavoine fest, daß Emblem und Ornament jeweils herausgelöst werden können und sah in der möglichen dekorativen Verwendung von Emblemen ein Bestreben der Basler Bürger, den Eindruck einer gebildeten Schicht zu vermitteln. Hinweise aus der Diskussion betrafen die Verwendung von grotesken Figuren im Hintergrund (wie etwa im Gemälde Holbeins), in denen ein Bezug auf die Antike gesehen werden kann (die 'Domus aurea' war Ende des vorhergehenden Jahrhunderts entdeckt worden; auch die Pilaster bilden solch eine Referenz), aber auch ein Topos für den Künstler selbst.

Über "Luthers Bild-Theologie als theologisches und hermeneutisches Fundament der Emblematik der lutherischen Orthodoxie" referierte Dr. Johann Anselm Steiger (Universität Heidelberg) und stellte das Ebenbild Gottes in einen Bezug auf eine Theologie der Bildsprache. Er ging von einer Destruktion der Imago Dei aus, die jedoch in einer Gottebenbildlichkeit wahrhaft menschliche Züge annimmt und stellte das Bild Christi als wesentliches Abbild des Vaters vor. Darüber hinaus sah er in Luthers Bildtheologie eine "Bildung zum Bilde Gottes" hin, die sich insbesondere in der Wiederherstellung der Imago, in der Bebilderung der deutschen Bibel und des Katechismus zeigte; dazu im Gegensatz stand der spiritualistisch eingestellte Karstadt. Im übrigen wollte Luther eine Bildung durch Bildsprache, durch "Fürbilden" und "Einbilden"; Kommunikation war für ihn nicht nur verbaler, sondern auch visueller Art. Selbst in den Schöpfungsworten, im Buch der Natur sah Luther Bildreden; im Gnadenbild, in Christus am Kreuze schließlich verspürte er, wie das Bild Trost spenden konnte. Dr. Steiger wies abschließend darauf hin, wie zentral Luthers Bildtheologie für die Theologie und Pädagogik der Folgezeit war und in vielem im 'Orbis pictus' des Jan Amos Comenius gipfelte.

Dr. Werner Braun (Universität Saarbrücken) führte in seinem Referat ein in "Visuelle Elemente in der Musik der frühen Neuzeit: Rastralkreuze". Dabei definierte er zunächst das Rastral als Schreibgerät, mit dem fünf Linien gleichzeitig gezogen werden können. Die Rastralgrafik selbst entstammt der Sphäre des Berufsmusikers und umfaßt den Zeitraum von etwa 1570 bis 1830. Dr. Braun studierte das Kreuz in sieben Belegen aus diesem Zeitraum und betonte, daß die Musik in Kreuzform im Gegensatz zum dreiteiligen Emblem eigentlich nur als Bild bestehe. Der verbale Bereich erscheint daneben zweitrangig; nicht einmal ein Singtext ist unbedingt nötig, da jeder Gläubige die Botschaft des Kreuzes kennt. Auch einer Erläuterung bedarf es nicht - die Deskriptio wird durch eine Widmung oder ein Gebet ersetzt. Einengend legte der Referent dar, daß von den vielen Formen des Kreuzes für die Rastralgrafik vor allem drei in Betracht kämen: das sog. Griechische Kreuz, das Lateinische, Hoch- oder Passionskreuz, das die Form des menschlichen Körpers nachbildet, und das Antoniuskreuz oder Tau. Die von ihm gezeigten Belege verwendeten die beiden erstgenannten Kreuzformen.

Am zweiten Tag des Arbeitsgespräches sprach Dr. Carsten Bach-Nielsen (Aarhus Universitet, Aarhus) über "Runes, Hieroglyphs of the North: Runic Imagery and Emblematics in Denmark". Von der sehr frühen Verbindung von Emblemen mit Hieroglyphen ausgehend begann Dr. Bach-Nielsen mit einer kurzen Diskussion der Rezeption der Emblematik in Dänemark. Da die Skandinavier Hieroglyphen nicht kannten, wurden die Parallelen zu der einheimischen Ursprache, die als visuelle, rätselhafte Mitteilungen der Götter verstanden wird, sehr früh gezogen. Dr. Bach-Nielsen lag es nicht daran, die sprachwissenschaftliche Seite von Runen als linguistisches Phänomen zu erklären, sondern den unter den dänischen Gelehrten herrschenden Ansichten über Runen nachzugehen. Als Beispiele des Nachlebens der Runen in der Zeit der Emblematik führte Dr. Bach-Nielsen Skulpturen von dem Steinmetzen Adam van Düren aus der Kirche in Lund an, ein schwedisches 'Runa ABC' (1611), den Jellingstein sowie Christians IV. "Runden Turm" in Kopenhagen. Das glänzendste Zeugnis aber war das 1639 in Gallehus gefundene goldene Horn aus der Zeit der Völkerwanderung, das mit rätselhaften Figuren bebildert ist. Der dänische Gelehrte Ole Worm publizierte seine Beschreibung des Horns, 'De aureo cornu', wobei er Valeriano und Horapollo in seiner Interpretation der Bilder auf dem Horn zitierte. Auch in späteren Zeiten erschienen noch Runen auf emblematischen Darstellungen in Dänemark. Während man also die Runen nicht mit Hieroglyphen gleichsetzen darf, wurde in den Gedanken der skandinavischen Gelehrten die Verbindung zwischen Runen und Emblematik vollzogen.

Dr. Ingrid Höpel (Universität Kiel) untersuchte in ihrem Referat "Embleme auf Möbeln des 18. Jahrhunderts im Umkreis Husums", die insofern eine Besonderheit darstellen, da sie im privaten, nicht kirchlichen Bereich bei Nichtadeligen zu finden sind. Die Beispiele waren vier Möbelstücke aus dem dörflichen Wohnbereich - drei Holzschränke und ein dreitüriges Frontelement zu einer eingebauten Apothekereinrichtung aus der Stadt Husum. Alle stammen aus einem eng einzukreisenenden Gebiet im heutigen Nordfriesland und in Südtondern. Die Bemalung solcher Schränke besteht normalerweise aus Blumenmotiven oder Landschaften, nur ganz selten kommen religiöse oder allegorische Darstellungen vor. Bisher sind nur die vier hier besprochenen Fälle mit emblematischer Bemalung bekannt. Während nicht in allen Fällen die Quellen identifiziert werden konnten, diente bei einem der Schränke das Emblembuch 'Symbola Christiana' oder 'Christliche Sinnbilder' Karls II., des Kurfürsten von der Pfalz, als Vorlage. Dr. Höpel versuchte abschließend, das Phänomen des "gesunkenen Kulturguts" in dieser abgelegenen Region und unter Menschen mit niedrigerem Sozial- und Bildungsniveau zu erklären.

Dr. Jochen Becker (Universitet Utrecht) setzte sich mit dem Thema "Geistlich oder geistreich: vom Sinn 'emblematischer' Bilder" auseinander, indem er nicht nach dem Sinn einzelner Embleme fragte, sondern nach dem der Gattung "Emblem". Als Texte führte Dr. Becker die Kritik des Emblemgenres von Johann Joachim Winckelmann (1766) und Johann Jakob Volkmann (1768-1775) ein, um die neue klassizistische Lehre von Stil und Einheiten zu demonstrieren. Die Bildsprache, die bei ihnen so heftig kritisiert wurde, entstammt Kinderbüchern und populärer Grafik, also nicht mehr eigentlichen Emblembüchern. Dazu brachte Dr. Becker Beispiele aus der volkstümlichen niederländischen Literatur der Zeit. Auch traditionelle Emblembücher, in denen man aber Platz für Wappen und Namen des Besitzer ließ, und als Stammbücher durchschossene Emblembücher zeigen schon ein neues Bewußtsein des Emblembuchs als Gebrauchsliteratur.

In seinem Referat über "Die Verbindung der Emblematik und Mnemonik in didaktischer Literatur des 17. Jahrhunderts" ging Dr. Gerhard F. Strasser (Pennsylvania State University, University Park) zunächst auf einige mnemonische Standardwerke nach 1500 ein und verwies sodann auf das sich nach 1600 erneut zeigende Interesse an Mnemonik, die jedoch "immer mehr zur Spielerei und Scharlatanerie" verkam und sich von ihrer früheren Anschaulichkeit entfernte. An Luthers Bildverständnis anknüpfend, zeigte Dr. Strasser, wie sehr in den pädagogischen Werken des lange Zeit in Lüneburg wirkenden Johannes Buno die Verbindung von Mnemonik und Emblematik ausschlaggebend ist. Dessen unumstößliche Theorie war, tatsächliche Bilder vorzugeben, statt auf in der Vorstellung zu schaffende Bilder Bezug zu nehmen. Da diese Bilder jedoch mnemotechnisch so schwierig codiert waren, daß seine dementsprechend illustrierten Werke auch zur damaligen Zeit nicht leicht zugänglich waren, wurden sie schon zu seinen Lebzeiten von vielen kritisiert. Interessanterweise stand Buno mit dieser "emblematischen Lehrmethode" nicht allein da; Johann Justus Winckelmann, der mit ihm in Marburg studiert hatte, publizierte eine Reihe ähnlicher Werke, die trotz ihrer möglichen Vorreiterstellung für den sog. "pädagogischen Realismus" allesamt gegen Ende des 17. Jahrhunderts von dem 'Orbis pictus' des Comenius und dessen völlig anders bezogener Illustrationstheorie abgelöst wurden.

Der öffentliche Abendvortrag, "Englische emblematische Titelblätter der Renaissance und ihr kultureller Kontext" von Professor Dr. Karl Josef Höltgen, OBE (Emeritus, Universität Nürnberg-Erlangen) fand in den musealen Räumlichkeiten des Lessinghauses statt. Emblematische Titelblätter gehören zur angewandten Emblematik und bedeuten Bilddarstellungen, die Titel und Impressum durch eine Kombination zweier Medien und Codes, bildlicher und verbaler, verbinden. Emblematische Titelblätter waren populär; es gibt ca. 200 von 1550 bis 1660 in England, zunächst Holzschnitte, dann Kupferstiche. Professor Dr. Höltgen stellte zahlreiche Beispiele dieser Titelblätter vor, von Lily and Colets 'Shorte Introduction of Grammar' (1542) über Haydockes 'A Tracte of Curious Paintinge' (1598) und das Marcus Gheeraerts zugeschriebene "Regenbogen"- Porträt Elizabeths I. bis hin zu Stephen Harrisons 'Arches of Triumph' (1604), der 'King James Bible' (1611), dem 'Eikon Basilike' (1649) und Thomas Hobbes 'Leviathan' (1651). Das Titelblatt ist das wichtigste Blatt des Buches, weil es einen ersten Eindruck des Werks vermittelt. Wie aus diesem Vortrag ersichtlich wurde, wurden die Möglichkeiten des emblematischen Titelblatts oft zur Erläuterung einer wichtigen und kontroversen Idee eingesetzt und optimal genutzt.

Am Morgen des 10. März schließlich erfolgte nach Ende des eigentlichen Arbeitsgesprächs eine Exkursion in die Wolfenbüttel benachbarte ehemalige Kommende Lucklum, ein im 15. und 16. Jahrhundert wichtiges Versorgungszentrum der Deutschordensritter. Nach Brandschatzung im Dreißigjährigen Krieg erfolgte gegen 1700 die Ausmalung der Kirche mit über 200 Emblemen auf Wänden, Decke und Predigerstuhl. Während man nicht von einem Gesamtprogramm der emblematischen Ausmalung der Lucklumer Kirche sprechen kann, scheint es doch programmatische Bereiche zu geben, z. B. Serien von Emblemen, die Blumen, Tiere und Himmelszeichen abbilden.

In der Abschlußdiskussion am Dienstagnachmittag wurde einhellig festgestellt, daß die in den an sich zum Teil disparaten Referaten vorgestellten Ergebnisse sehr wohl mosaikartig das übergeordnete Thema des Arbeitsgesprächs erleuchten und stützen. Aus diesem Grund erscheint es wünschenswert, die Manuskripte in einem Band der "Wolfenbütteler Forschungen" zu veröffentlichen; die beiden Leiter des Treffens erklärten sich bereit, die mögliche Redaktion zu übernehmen. Die zwei Kontaktadressen sind: Prof. Dr. Gerhard F. Strasser, Head, Department of Germanic & Slavic Languages & Literatures, Pennsylvania State University, 311 Burrowes, University Park, PA 16802, USA (Telefax: 001-814-865-5482; E-Mail: gfs1@psu.edu), sowie Prof. Dr. Mara R. Wade, Department of Germanic Languages and Literatures, 3072 FLB, 707 S. Mathews Avenue, University of Illinois, Urbana, Illinois, 61801, USA (Fax: 001-217-244-3242; E-Mail: m-wade@uiuc.edu).


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