Das Zentralinstitut für Kunstgeschichte ist das einzige außeruniversitäre kunsthistorische Forschungsinstitut in der Bundesrepublik Deutschland. Es veranstaltet Vorträge und Tagungen und gibt verschiedene Publikationen heraus, u.a. das „Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte“ und die monatlich erscheinende Zeitschrift „Kunstchronik“. Es ist Mitherausgeber des Münchner Jahrbuchs der Bildenden Kunst. Mit den reichen Beständen seiner Bibliothek und seiner Photothek bietet das Zentralinstitut herausragende Möglichkeiten kunsthistorischer Forschung. Es ist Mitglied der International Association of Research Institutes in the History of Art (RIHA).
Nach Kriegsende hatte die amerikanische Militärverwaltung im Gebäude des vormaligen „Verwaltungsbaus der NSDAP“ einen Central Art Collecting Point eingerichtet. Unter Mitwirkung der amerikanischen Militärverwaltung wurde schon 1946 die Institutsgründung angebahnt. Nachdem das Zentralinstitut zunächst als selbständige Forschungseinrichtung gemeinsam von Bund und Ländern getragen worden war, steht es seit 1979 in alleiniger Trägerschaft des Freistaats Bayern und ist dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst nachgeordnet.
Das Institut unterhält eine Fachbibliothek für die gesamte Kunstgeschichte. Seit 1972 werden die Sammelschwerpunkte der Kunstgeschichte Frankreichs und Osteuropas, der Kunsttheorie, Wissenschaftsgeschichte und Ikonographie durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft besonders gefördert. Die Attraktivität des Zentralinstituts für Stipendiaten und auswärtige Gastwissenschaftler verdankt sich vor allem den herausragenden Beständen seiner Bibliothek, deren Freihandsystem zügiges und effizientes Arbeiten erlaubt und deren Bücherbestand von derzeit circa 440.000 Bänden und circa 1.300 laufenden Zeitschriften nahezu vollständig im OPAC (EDV-Katalog) recherchierbar ist. Im OPAC sind zusätzlich mehrere hunderttausend Aufsatznachweise zu finden.
Katalogisierung und Sacherschließung erfolgen im Verbund mit der Bibliotheca Hertziana, Rom, und dem Kunsthistorischen Institut in Florenz. Der Sammelbereich der Bibliothek entspricht dem Forschungsauftrag des Zentralinstituts und betrifft somit die gesamte europäische Kunstgeschichte von der frühchristlichen Zeit bis zur Gegenwart unter Miteinbeziehung ihrer außereuropäischen Einflussbereiche. Seit Ende März 2006 ist die DFG-geförderte Virtuelle Fachbibliothek arthistoricum.net, die zusammen mit der UB Heidelberg aufgebaut wird, online.Die Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte umfasst eine Studiensammlung von über 650.000 Photographien, die vor Ort konsultiert werden können. Die Photothek verwahrt seit 1956 auch rund 40.000 Farbdiapositive von Wand- und Deckenmalereien, die im Rahmen einer Dokumentationskampagne zwischen 1943 und 1945 angefertigt worden waren. Die Farbdias wurden 2001-2003 gemeinsam mit dem Bildarchiv Foto Marburg digitalisiert. Seit dem 21. Oktober 2005 ist das gesamte Material über eine Datenbank erschlossen und im Internet der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich (www.zi.fotothek.org).
Seit 1948 gibt das Zentralinstitut die Kunstchronik heraus, die auflagenstärkste Informations- und Rezensionszeitschrift der Kunstgeschichte in Deutschland, zugleich Mitteilungsblatt des Verbands Deutscher Kunsthistoriker.
Das Zentralinstitut für Kunstgeschichte gibt auch das Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte (RDK) heraus, die größte und umfassendste realienkundliche Enzyklopädie auf dem Gebiet der Kunstgeschichte. Es enthält Artikel aus den Bereichen Architektur, Bildende Künste und Kunsthandwerk, ferner zu Materialien und ihrer Verwendung: Behandelt werden u.a. Werkstoffe, Handwerke und künstlerische Techniken, Bauformen und Bauaufgaben, Möbel und Textilien sowie Bildthemen aus dem Bereich der christlichen und der profanen Ikonographie. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Kunstwerken Mitteleuropas, besonders des deutschen Sprach- und Kulturgebiets, aus der Zeit vom frühen Mittelalter bis zur Klassischen Moderne. Mit Förderung durch die DFG und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Informationswissenschaft der Fachhochschule Köln wird eine WEB-Version des Lexikons im Sommer 2007 freigeschaltet werden.
| Adresse: | Zentralinstitut für Kunstgeschichte Katharina-von-Bora-Str. 10 80333 München |
| Tel.: | 089-289-27556 |
| Fax: | 089-289-27607 |
| E-Mail: | direktion@zikg.eu |
| Internet: | http://www.zikg.eu |
| Direktor: | Prof. Dr. Wolf Tegethoff |
| Stellvertretender Direktor: | PD Dr. Wolfgang Augustyn |
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