Die Kommission für Zeitgeschichte e.V. ist ein freier Zusammenschluß von Persönlichkeiten aus (Geschichts-) Wissenschaft, kirchlichem und öffentlichen Leben. Sie besteht aus einem Trägerverein, einer Wissenschaftlichen Kommission und einer Geschäfts- und Forschungsstelle.
Zeitgeschichtsforschung in der Bundesrepublik Deutschland bedeutete in den 1960er Jahren zunächst Erforschung des Nationalsozialismus und seiner Vorgeschichte. Der Wunsch, den nationalsozialistischen Kirchenkampf vorbildlich zu erforschen, gab auch den Anstoß zur Gründung der Kommission für Zeitgeschichte. Die Initiative von Historikern (Dieter Albrecht, Rudolf Morsey, Konrad Repgen) und das Interesse von Persönlichkeiten des kirchlichen und öffentlichen Lebens (Prälat Karl Forster, Heinrich Krone, Johannes Schauff) flossen zusammen und führten 1962 zur festen Institutionalisierung einer eigenständigen Einrichtung. 1963 wurde die Geschäfts- und Forschungsstelle nach München verlegt. Seit 1972 hat die Kommission für Zeitgeschichte e.V. ihren Sitz in Bonn.
Forschungsaufgaben und Publikationstätigkeit
Das Forschungsinteresse richtet sich auf die soziale und politische Wirksamkeit des deutschen Katholizismus von seinen Anfängen im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Es schließt den Erfahrungsraum der Mitlebenden immer mit ein: zunächst die Zeit nach 1945 und im vereinigten Deutschland speziell auch die Geschichte des Katholizismus in der DDR.
Die Forschungstätigkeit umfaßt sowohl die historisch-kritische Edition von Quellen als auch historische Einzelstudien zur Katholizismusgeschichte. Thematisch und methodisch greifen die Arbeiten politik- und institutionsgeschichtliche, kirchengeschichtliche sowie sozial- und gesellschaftsgeschichtliche Fragestellungen auf. Die Ergebnisse werden in einer eigenen wissenschaftlichen Reihe, den Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte (Verlag Schöningh, Paderborn) publiziert. Seit 1965 sind in der Reihe A: Quellen 45 Bände, in der Reihe B: Forschungen 81 Bände erschienen.
Der in Bonn ansässigen Geschäfts- und Forschungsstelle ist ein umfangreiches Archiv mit Beständen kirchennaher Organisationen und mit Nachlässen historischer Persönlichkeiten angegliedert. Die in über 30 Jahren systematisch ausgebaute Spezialbibliothek umfaßt ca. 25.000 Bände zur Geschichte von katholischer Kirche und Katholizismus in Deutschland und Europa sowie 53 laufende wissenschaftliche Fachzeitschriften.
Weitere Informationen sind im Internet abrufbar.
| Adresse: | Kommission für Zeitgeschichte e.V. Adenauerallee 19 53111 Bonn |
| Tel.: | 0228-2674-300 |
| Fax: | 0228-2674-333 |
| E-Mail: | kommission@kfzg.de |
| Internet: | www.kfzg.de |
| Vereinsvorsitzender: | Dr. Klaus Gotto (Bonn) |
| Vorsitzender der wiss. Kommission: | Prof. Dr. Ulrich v. Hehl (Leipzig) |
| Geschäftsführer: | Dir. Dr. Karl-Joseph Hummel |
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Arbeitsgemeinschaft historischer
Forschungseinrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland e.V., 2012. |