Institut für vergleichende Städtegeschichte – IStG – GmbH

Das Institut für vergleichende Städtegeschichte an der Universität Münster

Das Institut für vergleichende Städtegeschichte (IStG) wurde 1970 als wissenschaftliche Forschungseinrichtung des im Jahr zuvor gegründeten Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte e.V. gegründet. Das Kuratorium hat sich zur Aufgabe gesetzt, interdisziplinäre Forschungen (Geschichte, Rechtsgeschichte, Volkskunde, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Ethnologie und Soziologie, Geographie und Kartographie) zur vergleichenden Städtegeschichte zu fördern. Seit dem 1. Januar 2005 wird das Institut als gemeinnützige GmbH mit dem Namen 'Institut für vergleichende Städtegeschichte – IStG – GmbH' betrieben. Gesellschafter sind das Kuratorium für vergleichende Städtegeschichte e. V., die Westfälische Wilhelms-Universität Münster, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster, die Stadt Münster und der Deutsche Städtetag.

Städteatlanten und historische Kartographie

In der historischen Städteforschung wurde der sich in der Geschichte wandelnde Grund- und Aufriss der Stadt oft nur unzureichend berücksichtigt, obwohl historische Karten, besonders die exakten Urkatasterpläne, die meist der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstammen, wesentliche Rückschlüsse auf die Stadtentwicklung zulassen. Jedoch sind Originalkarten als Archivalien oft kaum zu benutzen: die Einzelblätter sind unhandlich groß, liegen in unterschiedlichen Maßstäben vor und sind häufig brüchig und durch spätere Fortschreibungen unleserlich. Um solche Karten der Forschung zugänglich zu machen, werden im IStG der Deutsche Historische Städteatlas der jetzt an Stelle des älteren Deutschen Städteatlas fortgeführt wird, und der Westfälische Städteatlas erarbeitet. Jede Stadtmappe enthält bisher unveröffentlichte historische Karten, neu gezeichnet oder als fotographische Reproduktionen, sowie weiteres Bildmaterial. Die Städteatlanten sind damit Projekte der Grundlagenforschung, die der vergleichenden interdisziplinären Städteforschung unerlässliche Quellen zur Verfügung stellen. Die Arbeiten sind Teil des von der Commission Internationale pour l´Histoire des Villes verfolgten Projekts eines Europäischen Städteatlas. Das Institut beteiligt sich zudem an dem von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag seit 1995 herausgegebenen Städteatlas der Tschechischen Republik.

Deutsches Städtebuch - Handbuch städtischer Geschichte

Das zwischen 1939 und 1974 in elf Bänden erschienene Deutsche Städtebuch bietet für 2.311 Städte eine immense Fülle von Daten. Für viele kleine Städte stellt der Artikel im Städtebuch die erste - wenn auch kurze - Gesamtgeschichte dar. Die Aktualisierung und Neubearbeitung dieses stadtgeschichtlichen Standardwerks zählt zu den vorrangigen Aufgaben des Instituts.

Edition schriftlicher und bildlicher Quellen

Neben der Edition exemplarischer Schriftquellen zum Städtewesen bemüht sich das Institut in jüngerer Zeit besonders um die Aufarbeitung historischer Stadtdarstellungen, einer häufig vernachlässigten Quellenart. So ist neben verschiedenen Fallstudien (Lippstadt, Neuss) auch eine Untersuchung zu den Illustrierten Rhein-Beschreibungen (1780-1880) veröffentlicht worden. Die kommentierte Erfassung westfälischer Ortsansichten in der Reihe Westfalia Picta, die im Institut erarbeitet wird, konnte 2007 mit Band 10 der Reihe (Lippe) abgeschlossen werden. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang auch das gesamteuropäische Projekt Das Bild der Stadt in der Neuzeit 1400-1800.

Bibliographische Arbeiten

Die Bearbeitung der thematischen Vielfalt der historischen Städteforschung setzt eine fundierte Spezialbibliographie voraus, die den Zugang zur Literatur erleichtert. Bislang konnten zwei Bände der Bibliographie zur deutschen historischen Städteforschung publiziert werden, die mehr als 20.000 Titel verzeichnen. Weiter ist das Institut verantwortlich für den in den Blättern für deutsche Landesgeschichte periodisch erscheinenden Literaturbericht Neue Veröffentlichungen zur vergleichenden historischen Städteforschung. Zur Information über den aktuellen Stand der Forschung gibt das IStG halbjährlich zum Frühjahr und zum Herbst Auswahllisten von Neuerscheinungen zur Städtegeschichte heraus. Die Bibliographische Datenbank zur historischen Städteforschung, die mittlerweile über 100.000 Datensätze umfasst, bietet einen umfassenden Zugriff auf Literatur vor allem zur deutschen, aber auch zur internationalen historischen Städteforschung. Sie verzeichnet neben den Beständen der Institutsbibliothek auch Titel aus anderen deutschen Landes- und Spezialbibliotheken als bibliographische Nachweise. Verzeichnet sind Monographien, Sammelbände, Reihen, Zeitschriften, und besonders auch Aufsätze zur historischen Städteforschung.

Um die umfangreiche und im europäischen Raum wohl einmalige Spezialbibliothek des Instituts auf dem neuesten Forschungsstand zu halten und aktuelle Literaturberichte erarbeiten zu können, ist das Institut auf die Mithilfe der deutschen Städte angewiesen. Viele Kommunen überlassen ihm bereits jetzt kostenlos ihre von den Stadtarchiven und Geschichtsvereinen herausgegebenen Zeitschriften und Publikationen.

Öffentlichkeitsarbeit, Tagungen, Publikationen

Im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützt das Institut Kommunen bei der Durchführung stadtgeschichtlicher Projekte und bei der Erstellung von Stadtgeschichten. Dem wissenschaftlichen Austausch dienen nationale und internationale Jahrestagungen und Einzelkolloquien, die vom Institut durchgeführt werden, sowie die Monographien und Sammelbände, die in der Reihe Städteforschung des Instituts veröffentlicht werden.

Projektforschung

Am IStG sind darüber hinaus verschiedene Drittmittelprojekte angesiedelt, die auf der Grundlagenforschung des IStG aufbauen. 
(s. www.uni-muenster.de/Staedtegeschichte/Forschung/Projekte)

 

Adresse: Institut für vergleichende Städtegeschichte - IStG - GmbH
Königsstraße 46
48143 Münster
Tel.: 0251-8327512
Fax: 0251-8327535
E-Mail: istg@uni-muenster.de
Internet: http://www.uni-muenster.de/Staedtegeschichte
Wissenschaftlicher Vorstand: Prof. Dr. Werner Freitag
Vewaltungsvorstand: Landesrat Matthias Löb
Leitung: Dr. Angelika Lampen
Beiratsvorsitzende: Prof. Dr. Ursula Braasch-Schwersmann

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Arbeitsgemeinschaft historischer Forschungseinrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland e.V., 2012.
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