INSTITUT FÜR DONAUSCHWÄBISCHE GESCHICHTE UND LANDESKUNDE

Das Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (IDGL) wurde 1987 als eine dem Innenministerium Baden-Württemberg unmittelbar nachge­ordnete Forschungseinrichtung in Tübingen gegründet. Dem Institut sind folgende Aufgaben zugewiesen:

Die im Gründungsauftrag festgeschriebenen Aufgaben grenzen sowohl das re­gionale Forschungsgebiet (deutsche Siedlungsgebiete in Südosteuropa) als auch die einzelnen Forschungsfelder (Geschichte, Landeskunde, Literatur und Spra­che) ab. Mit dieser Schwerpunktsetzung ist zugleich ein interdisziplinärer Forschungsansatz verbunden, dem ein intensiver Austausch und eine ertragreiche Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus den Ländern Südosteuropas zugrunde liegen.

Das Institut gliedert sich in fünf Forschungsbereiche, in denen unterschiedliche Forschungsprojekte durchgeführt werden. Im Bereich Migrationsforschung/Auswanderung wird die Geschichte der neuzeitlichen Auswanderung aus dem Reich, insbesondere aus Südwestdeutschland, nach Südosteuropa untersucht.

Im Mittelpunkt des Bereichs Kulturraumforschung/Literaturwissenschaft stehen Fragen nach dem kulturellen Selbstverständnis der deutschen Bevölkerung in Südosteuropa und ihrer Beziehungen sowohl zum Herkunftsgebiet als auch zu den anderen Ethnien vor Ort.

Im Bereich Mundartforschung werden dialektologische Untersuchungen durchge­führt. Die Aufmerksamkeit gilt vorrangig dem Fachwortschatz der donauschwäbischen Mundarten, ihrer regionalen Verbreitung und den sprach­lichen Interferenzen mit den anderen Sprachen und Dialekten Südosteuropas.

Im Rahmen der Historisch-genetischen Siedlungsforschung werden Ortsnamenbücher und Karten der ehemaligen und gegenwärtigen deutschen Sied­lungsgebiete in Südosteuropa erstellt. Neben den Ortsnamen in allen landesüblichen Sprachen enthalten die Angaben für mehrere zeitliche Schnitte demo­graphische und sozioökonomische Daten.

Der Schwerpunkt im Bereich Zeitgeschichte liegt derzeit bei den Fragen in Zusammenhang mit der Evakuierung, Flucht und Vertreibung aus den Ost­gebieten des Reiches sowie aus Ost- und Südosteuropa am Ende des Zweiten Weltkrieges und der Eingliederung der Flüchtlinge und Vertriebenen in Südwest­deutschland nach 1945.

Die Bandbreite der Forschungsbereiche und der Forschungsarbeiten schlägt sich erstens in einer Reihe von Publikationen nieder. Einige davon wurden in den beiden vom Institut herausgegebenen Reihen veröffentlicht. Erscheinen in der Schriftenreihe des Instituts für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde vor allem Monographien und Tagungsergebnisse (bisher acht Bände), so handelt es sich bei den vom Institut herausgegebenen Materialien vorwiegend um Werkstattberichte aus den einzelnen Forschungsbereichen. In den bisher erschienenen sieben Heften werden laufende Forschungsarbeiten der wissenschaftlichen Öffentlichkeit vor- und zugleich zur Diskussion gestellt (bisher elf Bände).

Zweitens finden die Forschungsergebnisse Eingang in die Lehrveranstaltungen, die Mitarbeiter des Instituts am Geographischen Institut, am Historischen Seminar und am Deutschen Seminar der Eberhard-Karls-Universität abhalten.

Drittens veranstaltet das Institut selbständig oder in Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen Tagungen zu Themen der einzelnen For­schungsbereiche. Neben dem wissenschaftlichen Austausch stehen dabei die Begegnung und das Gespräch insbesondere auch mit Kollegen aus Südosteuropa im Vordergrund.

Am Institut wurde eine dem Forschungsauftrag entsprechende Fachbibliothek aufgebaut. Sie umfaßt derzeit ca. 15.000 Bände, zudem einschlägige Zeit­schriften und Zeitungen. Die Bibliothek ist dem Gesamtkatalog der Universität Tübingen sowie dem nationalen und internationalen Fernleihverkehr ange­schlossen. Neben einem stetig wachsenden Archiv, das sich vor allem aus Nach­lässen speist, wurden am Institut eine ganze Reihe von Sammlungen (Fotos, Plakate, Dias, Karten, Ton- und Bildträger) angelegt. Die Sammlungen werden laufend erweitert. Bibliothek, Archiv und Sammlungen sind sowohl der breiten, vor allem aber der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich.

Adresse: Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde
Mohlstraße 18
72074 Tübingen
Tel.: 07071-200-2514, -2536
Fax: 07071-200-2535
E-Mail: poststelle@idgl.bwl.de
Internet: http://www.idglbw.de
Leiter: Prof. Dr. Reinhard Johler
Geschäftsführer: Dr. Mathias Beer

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