Das Historische Museum der Stadt Frankfurt am Main wurde 1878 gegründet. „Geeignete Gegenstände aus dem gesamten Gebiet der Kultur- und Kunstaltertümer mit besonderer Berücksichtigung der Stadt Frankfurt am Main und ihrer Umgegend zu erwerben und sie durch wissenschaftliche Erforschung nutzbar zu machen“ war der Auftrag, die bewußte Anknüpfung an die „große Zeit“ der Stadt vor der preußischen Besetzung 1866 das Ziel.
Bis 1944 sollten im Leinwandhaus und in der Stadtwaage die Sammlungen im Geist des Historismus nach ästhetischen Prinzipien in malerischer Anordnung ausgestellt werden. Das Museum als „Denkmal der Vergangenheit“ war als Erinnerungsstätte an Reichsstadt und Freie Stadt inszeniert.
Im Zweiten Weltkrieg verlor das Museum alle Gebäude, die zum größten Teil ausgelagerten Bestände erlitten in der unmittelbaren Nachkriegszeit erhebliche Verluste. Seit 1945 war der Saalhof am Römerberg das neue Domizil des Historischen Museums.
Im Neubau von 1972 wurde die chronologisch angeordnete Dokumentation der Frankfurter Stadtgeschichte 1976 vollendet. Seitdem wird in völlig neu gestalteten Räumen der erste Abschnitt der neuen Dauerausstellung gezeigt: „Frankfurt im Spätmittelalter. Kirche – Stifter – Frömmigkeit“, Objekte des Historischen Museums aus der Zeit zwischen 1400 und 1520. Diese Ausstellung schließt an die Dauerausstellung „Von der Pfalz zur Frühen Stadt“ an. Im Palas sind das Frankfurter Ratssilber, eine Goldschmiedewerkstatt des 19. Jahrhunderts und Fayencen der Frankfurter Manufaktur zu sehen.
Gemälde, Graphische Sammlung, Textilsammlung, Münzkabinett, Kunsthandwerk, Spielzeug sind die bedeutendsten Komplexe der umfangreichen Sammlungen des Museums. In den letzten Jahren wurde dem Aufbau des Sammelbereichs Alltagsgeschichte im 20. Jahrhundert besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
Ziel ist es, die Sammlungen von mehr als 600.000 Objekten durch EDV zu erfassen und wissenschaftlich zugänglich zu machen. Die Bibliothek zählt etwa 50.000 Bände mit dem Schwerpunkt Frankfurter Kulturgeschichte. Seit 1992 werden die Bestände EDV-mäßig erfaßt.
Neben Ausstellungskatalogen werden in den Schriften des Historischen Museums und in den Kleinen Schriften des Historischen Museums Sammlungen und Forschungsergebnisse publiziert. Fachtagungen, Fachseminare, Vortragsreihen werden vor allem im Zusammenhang mit Ausstellungen durchgeführt und zu thematischen Schwerpunkten in Kooperation mit anderen wissenschaftlichen und kulturellen Institutionen veranstaltet.
Ausgehend vom Konzept „Kultur für Alle“ entstand auch im Historischen Museum 1990 eine Abteilung „Museumspädagogik“ mit dem Auftrag, die Sammlungsbereiche des Museums für alle Besucherschichten anschaulich zu vermitteln und zugleich das Historische Museum für neue Zielgruppen zu öffnen.
In Zusammenarbeit mit dem Pädagogischen Institut Frankfurt im Hessischen Landesinstitut für Pädagogik (HeLP) werden vor allem zu Sonderausstellungen spezielle Seminare für Lehrerinnen und Lehrer angeboten. Darüber hinaus stehen Arbeitsmaterialien für die Vor- und Nachbereitung zu unterschiedlichen Themen zur Verfügung.
Vorträge und Veranstaltungen sind ein weiterer grundsätzlicher Bestandteil der Bildungsarbeit des Historischen Museums: Sowohl Einzelvorträge, die spezielle Sammlungsaspekte des Historischen Museums durch neueste Forschungsbeiträge beleuchten, als zunehmend auch Vortragsreihen (zum Beispiel: Kulturregion Rhein-Main), mit denen das Historische Museum den kulturpolitischen und historischen Dialog mit verwandten Institutionen im ganzen Rhein-Main-Gebiet herstellt. Zeitzeugengespräche zu aktuellen Fragen und zum Thema Erinnern und Gedenken sind zu dem ein bewußter Teil der Angebote.
| Adresse: | Historisches Museum der Stadt Frankfurt am Main Saalgasse 19 60311 Frankfurt am Main |
| Tel.: | 069/212-35599 |
| Fax: | 069-212-30702 |
| E-Mail: | frank.berger@stadt-frankfurt.de |
| Internet: | http://www.historisches-museum.frankfurt.de |
| Direktor: | Dr. Jan Gerchow |
| Vertreter bei der AHF: | Dr. Frank Berger |
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