HISTORISCHE KOMMISSION DER AKADEMIE
DER WISSENSCHAFTEN UND DER LITERATUR (MAINZ)

Die Historische Kommission der Akademie der Wissenschaften und der Litera­tur ist noch im Gründungsjahr der Akademie (1949) gebildet worden. Ihr Initiator und erster Vorsitzender war der Kölner Historiker Peter Rassow. Von ihm stammte auch die Anregung und erste Planung für eines der Editionsvorhaben der Kommission: die Quellensammlung zur Geschichte der deutschen Sozial­politik 1867-1914. Mit der Publikation von archivalischen und schwer zugäng­lichen gedruckten Quellen über Pläne und Aktivitäten der Reichsregierung, des Bundesrats, der einzelstaatlichen Regierungen und Mittelbehörden, der Gemeinden, der Parteien, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände, der Wissen­schaft und der Kirchen zur Verbesserung der Lage der Arbeiter und Angestellten und zu ihrer Integration in das politische und soziale Gefüge des Kaiserreichs sollen ein Kernproblem der inneren Entwicklung des Kaiserreichs und zugleich die An­fänge und Grundlagen unseres modernen Sozialstaats dokumentiert werden. Das ist die Aufgabe der Quellensammlung. Da ein großer Teil der archivalischen Quellen erst lange nach dem Beginn der Arbeiten zugänglich wurde, mußte die Konzeption mehrfach der veränderten, d.h. verbesserten Quellenlage angepaßt werden. Das wurde auch durch die lange Zeit geringe und sehr unregelmäßige Finanzierung mitbestimmt.

Nach der von den Herausgebern der Quellensammlung und der Edition der Theodor-Lohmann-Korrespondenz beschlossenen Zusammenlegung ihrer Editio­nen wurde die dadurch erweiterte Quellensammlung 1990 in das Akademien­programm von Bund und Ländern aufgenommen.

Die nunmehrige Konzeption der Edition ist folgendermaßen:

Einführungsband

  1. Abteilung: Von der Reichsgründungszeit bis zur kaiserlichen Sozial­botschaft (1867-1881): acht thematisch gegliederte Bände
  2. Abteilung: Von der kaiserlichen Sozialbotschaft bis zu den Februarerlassen Wilhelms II. (1881-1890): neun thematisch gegliederte Bände
  3. Abteilung: Der Aufstieg der großen sozialpolitischen Interessenverbände (1890-1904): geplant sind 15 Jahresbände
  4. Abteilung: Die Sozialpolitik in den letzten Friedensjahren des Kaiserreichs (1905-1914): geplant sind neun Bände in chronologischer Gliederung

Ferner:
Gesamtregister und Beihefte (Dokumentation zur Organisationsgeschichte von Verbänden). Die Editionsarbeit wird an zwei Arbeitsstellen in Kassel und Duisburg geleistet.

Bisher sind erschienen: der Einführungsband, drei Bände der I. Abteilung, ein Band der II. Abteilung, sechs Bände der IV. Abteilung, vier Beihefte.

Auf dem Gebiet der mittelalterlichen Geschichte arbeitet die Historische Kom­mission mit einer Mainzer Arbeitsstelle an den Monumenta Germaniae Historica, und zwar bearbeitet sie die Edition der Konzilsakten von 916 bis 1022. Hiervon ist die erste Hälfte, Die Konzilien Deutschlands und Reichsitaliens 916-960, erschienen. Der zweite Teil ist in Bearbeitung.

Unter dem Reihentitel Historische Forschungen gibt die Historische Kom­mission eine Reihe von Monographien zur mittelalterlichen und neueren Geschichte heraus. Aufgenommen werden Studien, die mit historisch orien­tierten Projekten der Akademie zusammenhängen, sowie Untersuchungen, die methodisch und inhaltlich neue Gesichtspunkte zur Diskussion stellen. Publiziert werden auch Editionen und Erschließungsmittel zu wichtigem Quellenmaterial. Bisher sind 22 Titel erschienen.

Adresse: Historische Kommission der Akademie der Wissenschaften und der Literatur (Mainz)
Geschwister-Scholl-Straße 2
55131 Mainz
Tel.: 06131-577107
Internet: http://www.adwmainz.de
Vorsitzender: Prof. Dr. Florian Tennstedt (Kassel)

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