FORSCHUNGSINSTITUT FÜR TECHNIK- UND WISSENSCHAFTSGESCHICHTE
DES DEUTSCHEN MUSEUMS

Das Deutsche Museum versteht sich als wissenschaftliche Einrichtung mit der Aufgabe, die historische Entwicklung der Naturwissenschaft, der Technik und der Industrie zu erforschen, deren Wechselwirkung und kulturelle Bedeutung zu vermitteln und zu dokumentieren. Das Forschungsinstitut für Technik- und Wissenschaftsgeschichte hat vor allem die Aufgabe, eigene Forschungsprojekte durchzuführen, die forschungsbezogenen Projekte des Deutschen Museums zu koordinieren und die Ausstellungsprojekte des Museums mit Vorlauf- und Begleitforschung zu verzahnen. Daneben vermittelt es die Forschungsergebnisse des Museums dem allgemeinen Publikum und erschließt die Forschungsmöglichkeiten und Quellen des Museums auswärtigen Wissenschaftlern.

Forschungsschwerpunkte:

(a) Objektforschung: Instrumentengeschichte, Restaurierungsforschung, Sammlungsentwicklung und verwandte Gebiete

Die meisten Arbeiten rund um die Sammlungsobjekte des Museums sind forschungsbezogene Tätigkeiten: Die Akquisition, Dokumentation, Restaurierung und Ausstellung von Objekten als gestufter Prozess setzt eine wissenschafts- und technikhistorische Einordnung voraus, die häufig erst wissenschaftlich zu erarbeiten ist.

(b) Historische Innovationsforschung

Innovationsysteme sind historisch und regional variant. Sie unterscheiden sich nach funktionaler Differenzierung und „Arbeitsteilung“, Form der Institutionalisierung, Schwerpunktsetzung, ökonomischer Leistungsfähigkeit und politisch-gesellschaftlicher Zielsetzung, schließlich auch in ihrer Prägung durch kulturelle Faktoren. Teile und Regionen nationaler Innovationssysteme werden in Entstehung und Entwicklung, insbesondere seit dem Zweiten Weltkrieg, analysiert.

(c) Wissenschaft, Technik, Öffentlichkeit

Der Schwerpunkt untersucht die Entwicklung des Verhältnisses von Wissenschaft, Technik und Öffentlichkeit in modernen Wissensgesellschaften. Mit sozial- und bildungs­wissenschaftlicher Begleitforschung zu aktueller Forschung profiliert er das Museum als Kompetenzzentrum für Public Understanding of Research, für ein verbessertes Verständnis der Prozesshaftigkeit moderner, transdisziplinären Forschung.

(d) Museologische Forschung

Museologische Forschung manifestiert sich im Deutschen Museum methodisch als Besucherforschung und als historische und sozialwissenschaftliche Bildungsforschung.

Tagungen

Das Deutsche Museum hat sich als Tagungsstätte für Konferenzen und Workshops im Bereich der Wissenschafts- und Technikgeschichte fest etabliert. Neben eigenveranstalteten Tagungen stellt das Deutsche Museum seine Infrastruktur auch für Veranstaltungen zur Verfügung, die von externen Wissenschaftlern organisiert werden.

Publikationsreihen

Zur Veröffentlichung von Forschungsergebnissen gibt das Deutsche Museum die Buchreihe Abhandlungen und Berichte: Neue Folge heraus. Hier erscheinen in loser Folge wissenschaftliche Monographien. Im Museumsmagazin Kultur und Technik (vierteljährlich) erscheinen kürzere, populäre Artikel. Außerdem gibt das Deutsche Museum zusammen mit dem Science Museum London und dem National Museum of American History in Washington die Reihe Artefacts: Studies in the History of Science and Technology heraus.

Kolloquiumsvorträge

Die vom Forschungsinstitut organisierten Kolloquiumsvorträge des Deutschen Museums sind eine traditionelle Vortragsreihe, jeden zweiten Montag um 16.30 Uhr, in der führende Technik- und Wissenschaftshistoriker über ihre Arbeit berichten.

Forschungsressourcen

Das Deutsche Museum produziert nicht nur wissenschaftliche Ergebnisse in definierten Forschungsschwerpunkten, sondern stellt als wissenschaftliche Serviceeinrichtung der Forschung auch vielfältige Ressourcen zur Verfügung.

Archive

Das Deutsche Museum beherbergt eine der größten Dokumentensammlungen zur Geschichte von Naturwissenschaft und Technik. Der Inhalt reicht von geschlossenen Gelehrten-, Techniker- und Erfindernachlässen über Handschriften, Autographen und Urkunden, technische Zeichnungen, Abbildungen, Landkarten, Plakate, Firmenschriften (Kataloge, Betriebsanleitungen, Reports) und Werkzeitschriften, Portraits, Medaillen, Marken aller Art, Wasserzeichen- und Buntpapierbeständen bis hin zu audiovisuellem Material und einem umfangreichen Luft- und Raumfahrtarchiv. In der „Bildstelle“ befinden sich ca. 40.000 Negative aus der Geschichte der Naturwissenschaft und der Technik.

Bibliothek

Die Bibliothek (Präsenzbibliothek) ist eine große Spezialbibliothek für die Geschichte der Technik und der Naturwissenschaften (850.000 Bände, 3.900 Zeitschriften). In der Sammlung „Libri Rari“ werden vor 1750 gedruckte Quellenwerke (ca. 5.000 Bände) zur Naturwissenschaft und Technik gesammelt.

Exponatarchiv

Das Exponatarchiv besteht aus rund 100.000 Objekten, die sukzessive digitalisiert werden und über das Internet zugänglich gemacht werden. Einzelne Objekte können auf Voranfrage in einem Studienraum eingesehen werden.

Stipendien und Gastwissenschaftlerprogramm

Das Deutsche Museum vergibt seit 2004 im Rahmen eines Scholar in Residence-Programms Forschungsstipendien für 6 bis 12 Monate. Für Stipendiaten und Gastwissenschaftler stehen in begrenzter Zahl Arbeitsplätze in den Räumen des Forschungsinstituts sowie mehrere Appartements zur Verfügung.

Neben dem Forschungsinstitut des Deutschen Museums haben auch das Zentralinstitut für Geschichte der Technik der Technischen Universität (TU) München und das Institut für Geschichte der Naturwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) ihren Sitz am Deutschen Museum. Diese Arbeitsgemeinschaft wird unter Ausdehnung auf weitere einschlägige Lehrstühle der TU, der LMU sowie der Universität der Bundeswehr zu dem universitären Verbund Münchner Zentrum für Wissenschafts- und Technikgeschichte am Deutschen Museum ausgebaut. Das Zentrum bündelt die Ressourcen des Museums und der Universitäten und unterstreicht Münchens Rolle als international führendes Zentrum der Lehre und Forschung.

Adresse: Forschungsinstitut für Technik- und Wissenschaftsgeschichte des Deutschen Museums
80306 München
Tel.: 089-2179-280, -209
Fax: Fax: 089-2179-239
E-Mail: H.Trischler@deutsches-museum.de
Internet: www.deutsches-museum.de/forschung/das-forschungsinstitut
Leiter: Prof. Dr. Helmuth Trischler

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Arbeitsgemeinschaft historischer Forschungseinrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland e.V., 2012.
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