1. Organisations- und Rechtsstruktur
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte ist eine rechtlich nicht selbstständige Einrichtung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie wurde 1955 vom Rat der EKD zunächst als „Kommission für die Geschichte des Kirchenkampfes in der nationalsozialistischen Zeit“ berufen. Mit der 1970 erfolgten Umbenennung war nicht nur eine Verbreiterung des Forschungszeitraums verbunden, sondern auch eine inhaltliche und methodische Differenzierung der zeitgeschichtlichen Arbeit sowie eine Erweiterung des Mitgliederspektrums.
Hatten der Kommission überwiegend am „Kirchenkampf“ unmittelbar Beteiligte angehört, so öffnete sich die Ev. Arbeitsgemeinschaft nun auch der jüngeren Wissenschaftlergeneration und den Allgemeinhistorikern. Nach der Vereinigung von EKD und Kirchenbund der DDR im Jahre 1991 wurden auch Persönlichkeiten aus den neuen Bundesländern berufen.
Derzeit (2004) gehören der Kommission der Ev. Arbeitsgemeinschaft zwölf Mitglieder sowie zwei ständige Gäste an. Sie werden vom Rat der EKD jeweils für die Dauer einer Ratsperiode ernannt bzw. bestätigt. Die Mitglieder sind durch ihre berufliche bzw. ihre Forschungstätigkeit den Zielen der Arbeitsgemeinschaft verbunden.
Auf ihrer in der Regel zweimal jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung berät und beschließt die Kommission der Ev. Arbeitsgemeinschaft über Arbeitsvorhaben und Publikationen sowie Drittmitteleinwerbung.
Die Ev. Arbeitsgemeinschaft besteht neben der Kommission aus einer Forschungsstelle für Kirchliche Zeitgeschichte mit Sitz in München. Dort sind außer der Leiterin drei wissenschaftliche MitarbeiterInnen und eine Sekretärin beschäftigt. Hinzu kommen derzeit drei projektbezogene Zeitstellen für wissenschaftliche MitarbeiterInnen und eine studentische Hilfskraft.
2. Aufgaben und Arbeitsschwerpunkte
a) Aufgaben
Nach der am 1. Januar 2004 in Kraft getretenen, vom Rat der EKD erlassenen neuen „Ordnung“ hat die Ev. Arbeitsgemeinschaft die Aufgabe, „in wissenschaftlicher Unabhängigkeit die Erforschung der Kirchlichen Zeitgeschichte durch Anregung, Förderung, Durchführung und Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu verfolgen. Sie bemüht sich um die Klärung wissenschaftlicher Grundlagenfragen, fördert den internationalen Austausch der Arbeitsergebnisse und strebt die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen der Zeitgeschichtsforschung sowie die Koordinierung zeitgeschichtlicher Forschungsvorhaben innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an“.
Diesem Auftrag kommt die Ev. Arbeitsgemeinschaft durch eigene Forschungen ihrer Mitglieder, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nach. In ihren Publikationsreihen veröffentlicht sie ferner Manuskripte anderer Autoren und Autorinnen. Darüber hinaus unterstützt sie Forschungsprojekte, plant und führt Tagungen durch und fördert den internationalen Austausch durch Kontakte mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Einzelpersönlichkeiten.
Von Beginn an pflegte die Ev. Arbeitsgemeinschaft Kontakte zur katholischen „Kommission für Zeitgeschichte".
b) Arbeitsschwerpunkte
Neben der Erforschung der Geschichte der Kirchen in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus bildet die Zeit nach 1945 und damit die Entwicklung der evangelischen Kirche im geteilten Deutschland einen dritten Arbeitsschwerpunkt.
3. Laufende Forschungsprojekte
Neben der eigenen Forschungs- und Editionsarbeit erfolgt an der Forschungsstelle die Redaktion des „Kirchlichen Jahrbuchs" der EKD. Auf der Grundlage der Auswertung von kirchlichen Amtsblättern, Pressediensten und anderen Periodika werden zudem jährlich eine Chronologie wichtiger Ereignisse, ein Nekrolog sowie eine Jahresbibliographie zur Kirchlichen Zeitgeschichte für das „Kirchliche Jahrbuch“ zusammengestellt.
Die Forschungsstelle unterhält außerdem eine fortlaufend ergänzte Sammlung biographischer Daten von Persönlichkeiten des Protestantismus sowie eine Literaturdatenbank zur Kirchlichen Zeitgeschichte.
Die Präsenzbibliothek der Ev. Arbeitsgemeinschaft (über 8000 Bände) sowie eine Sammel- und Dokumentationsstelle für zeitgeschichtliches Schrifttum und Archivgut ist integriert in die kirchengeschichtliche Bibliothek der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität München.
Gegenüber Kirche, Wissenschaft und Presse erfüllt die Evangelische Arbeitsgemeinschaft im Rahmen ihrer personellen Möglichkeiten Auskunftsaufgaben.
4. Publikationen
Arbeiten zur Geschichte des Kirchenkampfes (AGK). Begründet von Kurt Dietrich Schmidt. Hrsg. i. A. der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte von Heinz Brunotte und Ernst Wolf. Vandenhoeck & Ruprecht. Göttingen 1958–1975. Die insgesamt 29 Bände wurden 1984 mit einem Registerband abgeschlossen.
Nach wie vor besteht die Ergänzungsreihe zu den Arbeiten zur Geschichte des Kirchenkampfes (AGK. ErgR). Bislang sind 15 Bände erschienen.
Seit 1975 erscheinen die Arbeiten zur Kirchlichen Zeitgeschichte. Reihe A: Quellen; Reihe B: Darstellungen (AKiZ). Hrsg. i. A. der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte von Carsten Nicolaisen und Harald Schultze.
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft gibt einmal jährlich Mitteilungen heraus (bisher 21 Folgen). Sie enthalten wissenschaftliche Beiträge und informieren u. a. über Neuerscheinungen, Projekte und Tagungen sowie die Aktivitäten der Landeskirchlichen Vereinigungen für Kirchengeschichte.
| Adresse: | Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte Geschwister-Scholl-Platz 1 80539 München |
| Tel.: | 089-2180-2828, -5340 |
| Fax: | 089/2180-5339 |
| E-Mail: | ccl@evtheol.uni-muenchen.de |
| Internet: | www.kirchliche-zeitgeschichte.info |
| Vorsitzender: | Prof. Dr. Harry Oelke (München) |
| Stellvertreter: | Prof. Dr. Siegfried Hermle (Köln) |
| Leiterin der Forschungsstelle: |
PD Dr. Claudia Lepp |
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