DEUTSCHES HISTORISCHES INSTITUT WASHINGTON D.C.
(GERMAN HISTORICAL INSTITUTE WASHINGTON D.C.)

Das 1987 gegründete DHI Washington ist das größte außeruniversitäre Forschungsinstitut für Geschichte in den USA und eine der wichtigsten Mittlerorganisationen zwischen Deutschland und den USA im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften. Das DHI ist Teil der Stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland, die aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert wird und zu der unter anderem die Deutschen Historischen Institute in  London, Paris, Rom und Warschau gehören.

Das Institut erforscht die Geschichte von Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur Deutschlands und Nordamerikas in ihren internationalen Zusammenhängen, insbesondere im 19. und 20. Jahrhundert. Die Veranstaltungen und Programme des Instituts lassen sich drei großen Themenfeldern zuordnen: der international vergleichenden und transatlantischen Geschichte, der US-amerikanischen Geschichte sowie der deutschen Geschichte. Besondere Schwerpunkte sind gegenwärtig die transatlantisch vergleichende Geschichte, die Umweltgeschichte und die gezielte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses; frühere Forschungsschwerpunkte waren die deutsch-jüdische Emigration und die deutsch-amerikanischen Beziehungen im Kalten Krieg.

Das DHI führt jedes Jahr mehr als 50 wissenschaftliche Veranstaltungen durch, darunter Konferenzen, Workshops und Seminare in Nordamerika und Europa, Ringvorlesungen und öffentliche Diskussionsveranstaltungen, häufig mit prominenten Sprecherinnen und Sprechern. Hinzu kommen Ausstellungen zu historischen und kunsthistorischen Themen. Ein Großteil der Programme wird aus Drittmitteln deutscher und US-amerikanischer Stiftungen und Firmen sowie in enger Kooperation mit Universitäten, Forschungseinrichtungen und Think Tanks organisiert und finanziert. Das Institut vergibt zahlreiche Stipendien für Doktorandinnen, Doktoranden und Postdocs, außerdem mehrere Preise (Franz Steiner Preis für transatlantische Geschichte, Fritz Stern Preis für die beste nordamerikanische Dissertation in deutscher Geschichte, Helmut Schmidt Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Wirtschaftsgeschichte). Einen Schwerpunkt der Institutsarbeit bilden Seminarveranstaltungen und Archivkurse für deutsche und amerikanische Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler (u.a. Bucerius Archives Seminar, Medieval History Seminar, Summer Course in German Archives, Transatlantic Doctoral Seminar in Kooperation mit Georgetown University). Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts widmen sich neben allgemeinen Institutsaufgaben, wie der Organisation von Veranstaltungen, insbesondere ihren eigenen Forschungsprojekten. Die Themen reichen von transatlantischen Biographien im 18. und 19. Jahrhundert bis zur Geschichte der Entwicklungspolitik; von Ordnung und Disziplin in Deutschland und Nordamerika bis zur Kulturgeschichte des Fliegens.

Der Bestand der Präsenzbibliothek umfasst nahezu 40.000 Bände und mehr als 250 Zeitungen und Zeitschriften. Wichtigste Sammlungsschwerpunkte sind die in Deutschland erscheinenden Arbeiten zur amerikanischen Geschichte sowie die deutsche Geschichte seit der Frühen Neuzeit und deutsche Regionalgeschichte. Daneben werden Forschungen zur deutschen sowie zur vergleichenden und internationalen Geschichte und Politik in Auswahl gesammelt.

Neben den Projekten der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es am Institut eine Reihe größerer Forschungs- und Publikationsprojekte; vier davon seien genannt:

Dank der finanziellen Unterstützung durch die Robert-Bosch-Stiftung hat das DHI das Projekt Competing Modernities/Wettlauf in die Moderne in Kooperation mit der Humboldt-Universität initiiert. Als erstes wissenschaftliches Vorhaben seiner Art will es den Weg der USA und Deutschlands in die Moderne von 1890 bis zur Gegenwart systematisch und unter einer Vielzahl von Fragestellungen vergleichen. Es geht dabei nicht um eine enzyklopädische Darstellung, sondern darum, aufbauend auf der vorhandenen Forschungsliteratur komparative Schneisen anhand besonders aussagekräftiger Themen zu schlagen. Die jeweils von einem Autorentandem verfassten Essays behandeln Themen wie Empire/Nation, Religion, Rechtsstaatlichkeit, Sozialstaat, Migration, Geschlechterordnung/Familie, Wissenschaft/Bildung.

In Zusammenarbeit mit Historikern an der Harvard University und California State University erarbeitet das DHI die Geschichte der ältesten deutschen Gesellschaft in den USA – der German Society in Philadelphia. Neben einer historischen Gesamtdarstellung werden Findmittel erstellt, um die Bestände der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Weiterhin läuft am DHI ein DFG-Projekt zu Naturkatastrophen in transatlantischer Perspektive. Das Projekt untersucht erstmals komparativ und mit historischer Tiefenschärfe die Auseinandersetzung mit Naturkatastrophen. Die Eingrenzung auf eine Katastrophenart (Flussüberschwemmungen) und auf zwei Länder (die USA und Deutschland), gewährleistet die Machbarkeit des Vorhabens. Im Mittelpunkt der Analyse stehen der Rhein und der Mississippi.

Das Ziel des Projektes German History in Documents and Images  ist es, wichtige Text- und Bildquellen zur deutschen Geschichte von 1500 bis in die Gegenwart im Internet allgemein zugänglich zu machen. Das Projekt wird von der Max-Kade Foundation New York, der ZEIT-Stiftung Gerd und Ebelin Bucerius und dem Bildarchiv Preussischer Kulturbesitz gefördert. Die Edition wird zehn Doppelbände umfassen und die Dokumente im deutschen Original und in englischer Übersetzung präsentieren. Die Herausgeber der einzelnen Bände sind namhafte Experten für deutsche Geschichte in den USA. In seiner zweisprachigen Anlage und in seinem Umfang ist das Projekt einmalig.

Reihen und Zeitschriften:

Adresse: Deutsches Historisches Institut Washington, D.C.
(German Historical Institute Washington, D.C.)
1607 New Hampshire Ave. N.W.
Washington, D.C. 20009-2562, USA
Tel.: 001-202-387-3355
Fax: 001-202-483-3430
E-Mail: info@ghi-dc.org
Internet: www.ghi-dc.org
Direktor: Prof. Dr. Hartmut Berghoff 

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