Das Deutsche Historische Institut Warschau wurde 1993 gegründet. Es ergänzt die Reihe Deutscher Historischer Institute in Rom, Paris, London und Washington. Wie diese ist es Teil der bundesunmittelbaren Stiftung öffentlichen Rechts Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland (D.G.I.A.) und wird finanziell vom Bundesministerium für Bildung und Forschung getragen.
Arbeitsbereich des Instituts ist die Geschichte Polens und der deutsch-polnischen Beziehungen vom Mittelalter bis zur Gegenwart im gesamteuropäischen Zusammenhang.
Das Institut verfügt derzeit über acht überrwiegend befristete Stellen für wissenschaftliche MitarbeiterInnen, die ihre Forschungsprojekte individuell und selbständig mit dem Ziel der persönlichen Weiterqualifizierung bearbeiten. Daneben untersucht zur Zeit ein Projektmitarbeiter den „Septemberfeldzug“ 1939. Darüber hinaus sind folgende, meist durch Drittmittel finanzierte Projekte am Institut angesiedelt: 1. Edition der Aufzeichnungen des Martin Gruneweg (1562-ca. 1606), 2. Erschließung des ehemaligen Bestandes Denkmalkonservator Ostpreußen, 3. Akkulturations- und Assimilationsprozesse in deutsch-polnischen Grenzgebieten im 19. und 20. Jahrhundert, 4. Editionsprojekt SBZ/DDR-RP/VRP 1945/49-1990.
Das Institut organisiert und veranstaltet wissenschaftliche Konferenzen, Vorträge während der Universitätssemester, Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen, Kolloquien mit StipendiatInnen und anderen jüngeren WissenschaftlerInnen sowie Workshops für deutsche und polnische Studierende. Zu den Tätigkeitsfeldern des Instituts gehört ebenfalls die Erteilung von Auskünften und die Vermittlung wissenschaftlicher Kontakte vornehmlich zwischen Polen und Deutschland, aber auch zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen anderer Staaten.
Die Institutsbibliothek stellt polnischen HistorikerInnen sowie den am Institut tätigen WissenschaftlerInnen, an deren speziellen Arbeitsthemen sie zu einem gewissen Teil ausgerichtet ist, Fachliteratur zu Forschung, Lehre und Studium zur Verfügung. Sie ist eine Präsenzbibliothek, eine Ausleihe ist nicht möglich. Kopiermöglichkeiten sind vorhanden. Sammelgebiet ist der Zeitraum von der frühmittelalterlichen Christianisierung und Staats- und Nationsbildung in Europa bis zur Gegenwart. Räumlich liegen die Schwerpunkte auf der Geschichte der deutschsprachigen Territorien sowie auf der polnischen Geschichte; besondere Aufmerksamkeit wird der Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen geschenkt. Auch die jüdische Geschichte, die integraler Bestandteil der Geschichte beider Nationen ist, stellt ein Sammelgebiet dar. Aus dem Bereich der westeuropäischen und angloamerikanischen Geschichtswissenschaft werden die wichtigsten Überblicksdarstellungen und methodisch interessante Arbeiten angeschafft. Die Bibliotheksbestände belaufen sich zur Zeit auf ca. 60.000 Bände, es werden über 340 Zeitschriften fortlaufend bezogen, wobei auch die deutsche landesgeschichtliche Forschung abgedeckt wird. Durch Schenkungen und gezielte Ankäufe besitzt die Bibliothek einige ältere Bestände.
Im Internet präsentiert sich das Institut mit einer eigenen Homepage, über welche der Bibliothekskatalog eingesehen werden kann und zahlreiche Serviceleistungen angeboten werden.
Das DHI Warschau veröffentlicht Forschungsergebnisse und Quellen aus dem Arbeitsbereich des Instituts sowie herausragende historische Studien in deutscher bzw. polnischer Übersetzung. Folgende Schriftenreihen werden vom Institut herausgegeben: Deutsches Historisches Institut Warschau. Quellen und Studien (Harrassowitz-Verlag), Klio w Niemczech (Übersetzungen aus dem Deutschen, Bd.1-5: Volumen-Verlag, ab Bd.6: Wiedza Powszechna), Klio in Polen (Übersetzungen aus dem Polnischen, fibre-Verlag), Einzelveröffentlichungen des DHI Warschau (fibre-Verlag). Seit 1995 erscheint jährlich ein Bulletin, das über die Tätigkeit des Instituts sowie die Projekte der MitarbeiterInnen informiert. Jeweils ein größerer Beitrag behandelt die Geschichtswissenschaft des Landes unter besonderer Berücksichtigung der hiesigen Institutionen und Archive einschließlich ihrer Adressen, Aufgaben und Bestände.
Schließlich vergibt das DHI Warschau Stipendien zur Förderung von Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der polnischen Geschichte und der Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Die Stipendien werden in der Regel an BewerberInnen aus der Bundesrepublik Deutschland zur Unterstützung von Promotions-, Habilitations- und Forschungsprojekten vergeben, die aufgrund der Quellen- und Literaturlage einen Aufenthalt in Polen erforderlich machen. Ein Merkblatt kann im Institut angefordert oder unter www.dhi.waw.pl eingesehen werden.
| Adresse: | Deutsches Historisches Institut Warschau (Niemiecki Instytut Historyczny w Warszawie) Palac Karnickich Aleje Ujazdowskie 39 PL 00-540 Warszawa |
| Tel.: | 0048-22-52583-00 |
| Fax: | 0048-22-52583-37 |
| E-Mail: | dhi@dhi.waw.pl |
| Internet: | http://www.dhi.waw.pl |
| Direktor: | Prof. Dr. Eduard Mühle |
| Stellvertreter: | PD Dr. Ruth Leiserowitz |
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