BAYERISCHE STAATSBIBLIOTHEK

Die Bayerische Staatsbibliothek ist die zentrale Landesbibliothek des Freistaates Bayern; staatliche Fachbehörde für alle Angelegenheiten des bayerischen Bibliothekswesens und eine der größten wissenschaftlichen Bibliotheken im deutschen Sprachraum. Sie dokumentiert durch Sammlung, Archivierung und Erschließung das Schrifttum des Landes, übt das Pflichtexemplar­recht aus und pflegt seit jeher ein universales Sammelprogramm. Der Bücherbestand liegt im Jahr 2005 bei mehr als 8,1 Millionen Bänden, der jähr­liche Zuwachs betrug zuletzt knapp 140.000 Bände. Als Leihgeber bei der überregionalen Literaturversorgung und als Teilnehmer an übergreifenden bibliographischen Projekten und Katalog­unternehmen spielt die Bibliothek eine wesentliche Rolle im Bibliothekssystem der Bundesrepublik Deutschland.

Für die historische Forschung hält die Bayerische Staatsbibliothek umfangreiches Quellenmaterial und ein differenziertes Literaturangebot bereit und baut dieses weiter aus. Im Rahmen des Sondersammelgebietsprogramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft ist sie zuständig für die Gebiete Allgemeine Geschichte, Vor- und Frühgeschichte, Alte Geschichte, Ge­schichte Deutschlands, Österreichs, der Schweiz, Frankreichs und Italiens sowie die Geschichte Ost- und Südosteuropas. Allein der Zugang bei Monographien im Fach Geschichte beträgt jährlich rund 20.000 Bände. Die in den "Jahresberichten für deutsche Geschichte" ausgewerteten Zeitschriften werden fast ausnahmslos hier gehalten.

Unter dem Namen Chronicon präsentiert die Bayerische Staatsbibliothek im Internet ein umfassendes Fachportal für die Geschichtswissenschaften allgemein. Zusammen mit anderen Bibliotheken und Forschungseinrichtungen betreibt sie ein weiteres Fachportal zur Geschichte und Kultur Osteuropas, die Virtuelle Fachbibliothek Osteuropa (ViFaOst).

Die für die Geschichtswissenschaft wichtigsten Bestände und ihre Erschließung im einzelnen:

  1. 50.000 Handschriften, 972 Nachlässe (darunter über 100 Nachlässe von Historikern), 35.500 Autographen. Die weitere Erschließung durch gedruckte Kataloge gilt derzeit den lateinischen, deutschen, griechischen und den illuminierten Hand­schriften.
  2. 18.600 Inkunabeln. Ein mehrbändiger Katalog ist im Erscheinen. Daneben ist an der Bibliothek die deutsche Redaktion des internationalen Inkunabel­census (ISTC) angesiedelt.
  3. 70.000 in besonderen Fächern aufgestellte seltene und kostbare Drucke des 16.-20. Jahrhunderts und insgesamt rund 500.000 Bände des Zeitraums bis 1840. Im Rahmen des kooperativen Erwerbungsprogramms "Sammlung deut­scher Drucke" betreut die Bayerische Staatsbibliothek den Zeitraum 1450-1600. Die Katalogdaten für den Altbestand 1501-1952 sind konvertiert und im Netz zugänglich. An den Verzeichnissen der im deutschen Sprachraum erschiene­nen Drucke des 16. Jahrhunderts (VD 16; abgeschlossen) und des 17. Jahrhunderts (VD 17; seit 1994 im Aufbau) sowie am Verzeichnis der historisch wertvollen Altkarten 1501-1849 war und ist die Bibliothek maßgeblich beteiligt.
  4. Bildarchiv mit mehr als 1,3 Millionen Objekten, darunter das Archiv des NS-Fotografen Heinrich Hoffmann.
  5. Mikrofilmarchiv mit Quelleneditionen zur europäischen Geschichte seit 1789, zu den beiden Weltkriegen sowie zu Osteuropa und Ostasien im 19. und 20. Jahrhundert.

Die Benützung der Sonderbestände und von Werken, die älter als hundert Jahre sind, ist nur in den Lesesälen der Bibliothek möglich. Alle anderen Werke können, wenn ihr Erhaltungszustand dies zulässt, nach Hause entliehen werden. Der gesamte Bestand steht im deutschen Leihverkehr zur Verfügung. Kopien von Zeitschriftenaufsätzen werden gegen Entgelt per Post, per Fax oder in elektronischer Form an den privaten Arbeitsplatz geliefert.

Die Bibliothek gibt eine Zeitschrift mit bibliothekswissenschaftlichen und bibliotheksgeschichtlichen Beiträgen heraus: Bibliotheksforum Bayern, zwei Reihen von Ausstellungskatalogen: Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungs­kataloge und Schatzkammer und einen Handschriftenkatalog: Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae Monacensis / Katalog der ... [lateinischen, deutschen usw.] Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek.

Adresse: Bayerische Staatsbibliothek
80328 München
Tel.: 089-28638-2206
Fax: 089-28638-2200
E-Mail: direktion@bsb-muenchen.de
Internet: www.bsb-muenchen.de
Generaldirektor: Dr. Rolf Griebel
Stellvertreter: Dr. Klaus Ceynowa

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Arbeitsgemeinschaft historischer Forschungseinrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland e.V., 2012.
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