Archiv der Max-Planck-Gesellschaft

Geschichte und Aufgaben des Archivs

Das 1975 im ehemaligen Kaiser-Wilhelm-/Max-Planck-Institut für Zellphysiolo­gie in Berlin-Dahlem eingerichtete und 1978 eröffnete Archiv wurde gegründet, um die Akten der Kaiser-Wilhelm-/Max-Planck-Gesellschaft (KWG/MPG) und die Nachlässe ihrer Wissenschaftlichen Mitglieder zu sichern und zu erschließen. Es erfaßt Archivalien, ungedrucktes, aber auch gedrucktes Material sowie audiovisuelle Dokumente, die für die Geschichte der KWG/MPG seit ihrer Gründung im Jahre 1911 bzw. 1946/48 von Bedeutung sind. Die im Otto-Warburg-Haus verwahrten Dokumente stehen Interessenten, die damit wissenschaftlich arbeiten wollen, in einem Lesesaal zur Verfügung. Die Benutzer werden persönlich oder auch schriftlich bzw. telefonisch beraten, desgleichen werden Veranstalter wissenschaftshistorischer Ausstellungen unterstützt. Im Rahmen dieser Aufgaben übernimmt das Archiv u.a. Altregistraturen von zentralen Einrichtungen der KWG/MPG sowie von denjenigen Instituten, Forschungsstellen oder Abteilungen, die nicht fortgeführt werden. Sein besonderer Schwerpunkt liegt bei den Nachlässen hervorragender Persönlichkeiten, die in der KWG/MPG tätig waren, während die Bibliothek auch Literatur zur allgemeinen Wissenschaftsgeschichte (19. – 20. Jh.) sammelt.

Das Archiv unterstützt extern als Dienstleistungsbetrieb seine Besucher darin, Wissenschaftsgeschichte zu betreiben sowie Forschungsorganisation und -politik zu analysieren, indem es Dokumente bereitstellt, die von diesen interpretiert werden, und es beteiligt sich an deren Forschung durch schriftliche Auskünfte, nicht aber durch die Quellenauswahl; intern arbeitet es als "Gedächtnis" der MPG und recherchiert als Forschungsstätte selbst, um den Präsidenten, die Generalverwaltung und vor allem die Institute im Umgang mit ihrer Geschichte zu beraten sowie zur Vorbereitung von Publikationen. Das Archiv hilft folglich fremden Wissenschaftlern, Forschung zu erforschen, und arbeitet selbst vorzugsweise auf dem Gebiet der Personen- und Institutsgeschichte der KWG/MPG, ihrer Forschungsstrukturen und ‑disziplinen im "Spannungsfeld von Politik und Gesellschaft".

Öffentlichkeitsarbeit im Sinne eines Erklärens von erkenntnisorientierter und anwendungsoffener Grundlagenforschung erfolgt ferner durch Vorträge und Kolloquien, durch Archivführungen (gelegentlich ausgedehnt zu wissenschaftshistorischen Spaziergängen durchs "deutsche Oxford") und eine Dauerausstellung im eigenen Haus. Außerdem werden Studenten in akademischen Lehrveranstaltungen in die Techniken der Archivalienauswertung (Historische Hilfswissenschaften der Neuzeit, Archivwissenschaft) und exemplarisch in die Wissenschaftsgeschichte eingeführt.

Bestände: Beständeübersicht des Archivs zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin-Dahlem, bearb. v. Christel Wegeleben (=Veröffentlichungen des Archivs der Max-Planck-Gesellschaft, Bd. 9), Berlin 1997. I. Akten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und ihrer Institute (1909-61); II. Akten der Max-Planck-Gesellschaft und besonders ihrer Institute, Forschungsstellen und Abteilungen, die nicht weitergeführt wurden (1946-90); III. 160 Teil(-) Nachlässe von Wissenschaftlichen Mitgliedern, leitenden Mitarbeitern und Freunden der KWG/MPG, darunter von den Nobelpreisträgern Carl Bosch, Walther Bothe, Peter Debye, Otto Hahn, Werner Heisenberg, Richard Kuhn, Max v. Laue, Feodor Lynen und Otto Warburg; IV. Karten und Baupläne von Instituten etc.; V. Archivische Selekte und Sammlungen, auch nichtverbaler Dokumente (wie Medaillen, Büsten, Memorabilia), wobei die personenbezogenen Sammlungen zu Albert Einstein, Fritz Haber und Max Planck die wichtigsten sind; VI. Bildersammlung, überwiegend Fotografien von Instituten der KWG/MPG und ihren Mitarbeitern; VII. Film- und Schallarchiv mit Dokumen­tarfilmen, Videoaufzeichnungen von Fernsehsendungen, Tonbändern und Schallplatten. Außerhalb der Provenienzbestände (I. bis IV.) und der Sammlungen (V. bis VII.) des Archivs liegt der Dokumentationsbereich, in dem sog. graue Literatur und Zeitungsausschnitte instituts- bzw. personenbezogen aufbereitet werden (IX.), daneben enthält er Archivalienreproduktionen (VIII.), insbes. Faksimiles, Bildmontagen usw. aus früheren Ausstellungen sowie Nachweise fremder Archivalien und Bestandsverzeichnisse anderer Archive (X.).

Bibliothek: Präsenzbibliothek; 30.000 Bände mit einem jährlichen Zuwachs von ca. 1.000 Bänden, ca. 200 laufend gehaltene Zeitschriften, davon 80 ausländische Titel. Sonderdrucksammlung von Kaiser-Wilhelm-/Max-Planck-Instituten und Wissenschaftlichen Mitgliedern. Sammelgebiete: 1. Literatur zur Geschichte der KWG/MPG und ihrer Institute sowie Veröffentlichungen der bzw. über die Wissenschaftlichen Mitglieder beider Gesellschaften, 2. Literatur zur Wissenschaftsgeschichte und Forschungsorganisation des 20. Jahrhunderts allgemein.

Archivführer: Führer durch das Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft, neubearb. v. Eckart Henning (=Veröffentlichungen des Archivs der Max-Planck-Gesellschaft, Bd. 17), Berlin 2003.

Schriftenreihen des Archivs:

Adresse: Archiv der Max-Planck-Gesellschaft
Otto-Warburg-Haus
Boltzmannstraße 14
14195 Berlin-Dahlem
Tel.: 030/8413-3701
Fax: 030/8413-3700
E-Mail: mpg-archiv@archiv-berlin.mpg.de
Internet: www.archiv-berlin.mpg.de
Direktor: Dr. Lorenz Beck

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