Klaus Schroeder und Manfred Wilke

Der Forschungsverbund SED-Staat an der Freien Universität Berlin1

I. Die Gründung des Forschungsverbundes: Motive und Ansprüche

Der Zusammenbruch der DDR und die nachfolgende deutsche Wiedervereinigung haben den Gesell­schaftswissenschaften ein breites Forschungsfeld eröffnet und gleichzeitig Probleme und Defizite zeit­geschichtlicher, vor allem aber politikwissenschaftlicher DDR- und Deutschlandforschung zutage tre­ten lassen. Wissenschaftler an der Freien Universität Berlin, die auf diesen Feldern arbeiteten, wurden von den Ereignissen überrascht: Die am Zentralinstitut für sozialwissenschaftliche Forschung angesie­delte DDR-Forschung unter Hartmut Zimmermann und Gert-Joachim Glaessner konnte keine der neuen Entwicklung angemessene Forschungskonzeption entwickeln; am Fachbereich Politische Wis­senschaft sowie am Fachbereich Geschichtswissenschaften waren entsprechende Aktivitäten nicht er­kennbar. In dieser Situation wuchs der Gründungsinitiative für eine Forschungsstelle, die sich mit der deutschen Teilungsgeschichte systematisch beschäftigen wollte, besondere Bedeutung zu.

Aus einem bestehenden, aber eher unverbindlichen Arbeitszusammenhang von Wissenschaftlern, die verschiedenen Fachbereichen bzw. Instituten angehörten und zu Geschichte der DDR oder zum Vereinigungsprozeß forschten, entstand die Idee zu einer abgestimmten, institutionell verankerten und befristeten Zusammenarbeit. In diesem informellen Diskussionskreis aus Historikern, Politikwissen­schaftlern und Soziologen konzentrierte sich die Auseinandersetzung mit der SED-Politik schon vor 1989 auf die Frage nach der Herrschaftsform: der Diktatur.

Diese Perspektive hatte ihre theoretischen Wurzeln auch in der innersozialistischen Bolschewis­muskritik und der marxistischen Stalinismusdebatte, die von Rosa Luxemburg, Arthur Rosenberg, Karl Korsch bis zu Leszek Kolakowski, Ota Sik, György Konrad und Ivan Szelenyi reicht. Die innersoziali­stische Kritik an dem sowjetischen Gesellschaftsmodell speiste sich aus dem Vergleich zwischen der totalitären Herrschaftspraxis und der Verheißung der sozialistischen Utopie von der Überwindung der Herrschaft von Menschen über Menschen. An der Freien Universität Berlin kamen Hochschullehrer wie Ossip K. Flechtheim und Richard Löwenthal, aber auch Theo Pirker aus dieser Tradition der mar­xistischen Bolschewismuskritik. Ihre existentielle Erfahrung mit den totalitären Herausforderungen dieses Jahrhunderts prägte ihre wissenschaftliche Beschäftigung mit den Wandlungen des sowjetischen Kommunismus und ihre Analysen zur deutschen Nachkriegsdemokratie.

An der Freien Universität entstand auch das Buch von Carola Stern über die SED und ihren Appa­rat in den frühen 50er Jahren. Sie hatte wie Wolfgang Leonhard, Hermann Weber, Robert Havemann, Rudolph Bahro und viele andere, die aus der SED kamen, mit dieser Partei gebrochen. Auch die ost- und mitteleuropäische Kritik an der kommunistischen Parteidiktatur wurde an der FU aufgenommen. So übersetzte etwa Helmut Wagner eine der scharfsinnigsten Analysen zur Rolle des zentralen Partei­apparates in den realsozialistischen Gesellschaften; er gab 1969 den offenen Brief von Jacek Kuron und Karol Modzelewski an die Polnische Vereinigte Arbeiterpartei (PVAP) aus dem Jahre 1963 in Hamburg unter dem Titel "Monopolsozialismus" heraus. Vor dem Hintergrund dieser Schriften erfolgte schon in den frühen 80er Jahren und verstärkt nach dem Zusammenbruch des Staatssozialis­mus eine erneute Auseinandersetzung mit den Totalitarismustheorien von Franz Leopold Neumann und Siegmund Neumann über Hannah Arendt bis zu Martin Draht und Karl-Dietrich Bracher. Es erschien uns als "Nachgeborene" geradezu zwingend notwendig, die Aufarbeitung der "zweiten deut­schen Diktatur" unverzüglich zu beginnen.

Im März 1992 wurden die Überlegungen einer institutionell verankerten Zusammenarbeit verwirk­licht. Der Historiker Manfred Görtemaker, der Politikwissenschaftler Klaus Schroeder und der Soziologe Manfred Wilke brachten drittmittelfinanzierte Projekte, die Soziologen Bernd Rabehl und Siegward Lünnendonker Vorarbeiten und geplante Vorhaben in die Initiative ein. Die schon bestehen­den und geplanten drittmittelgeförderten Projekte sollten inhaltlich abgestimmt und organisatorisch verbunden werden. Die Untersuchung von Vorgeschichte, Geschichte und Folgen des SED-Regimes markierten dabei die Umrisse der in Aussicht genommenen gemeinsamen Forschungsarbeit.

Da die Initiatoren der geplanten Forschungsstelle an verschiedenen Fachbereichen/Instituten res­sortierten (FB Politische Wissenschaft, FB Philosophie und Sozialwissenschaften I, FB Geschichtswis­senschaften sowie Zentralinstitut für sozialwissenschaftliche Forschung) und sich auch von der Thema­tik her ein interdisziplinärer Zugang anbot, hatte der Forschungsverbund von Beginn an fachbereichs­übergreifenden inhaltlichen und organisatorischen Charakter. Durch die vom Präsidenten der FU, Johann W. Gerlach, erbetene und gewährte Grundausstattung (Räume, Sachmittel, studentische Hilfs­kräfte etc.) konnte der Forschungsverbund SED-Staat im Jahre 1992 mit einer Gründungserklärung an die Öffentlichkeit treten. Während die Öffentliche Reaktion durchweg positiv ausfiel, protestierten der Fachbereich Politische Wissenschaft und das Zentralinstitut für sozialwissenschaftliche Forschung uni­versitätsintern mit der Begründung, "übergangen" worden zu sein. Die zum Gründungszeitpunkt schon bestehenden Projekte und Arbeitszusammenhänge ignorierten sie ebenso wie das fachbereichsüber­greifende und interdisziplinäre Konzept des Forschungsverbundes.

Der Forschungsverbund beanspruchte, durch die Analyse wichtiger, bisher eher vernachlässigter oder der einschlägigen Forschung bis zum Ende der DDR nicht zugänglicher Zusammenhänge die äußeren und inneren Voraussetzungen der vierzigjährigen Existenz einer zweiten deutschen Diktatur in diesem Jahrhundert zu untersuchen. Forschungsstrategisch standen dabei die sowjetische Deutsch­land- und DDR-Politik, der Aufbau und die Entwicklung der totalitären Staatspartei SED sowie die innerdeutschen Bezüge und Wechselwirkungen im Vordergrund. Mit diesem Forschungsansatz bezo­gen die Projekte zur DDR-Geschichte von Beginn an eine kontroverse Position zur systemimmanen­ten DDR-Forschung, die einen ihrer institutionellen und konzeptionellen Schwerpunkte an der FU besaß.

II. Forschungsschwerpunkte und -projekte 1992-1998

Die bisher durchgeführten und geplanten Projekte konzentrierten sich auf ausgewählte Schwerpunkte der DDR-Geschichte. Allgemein formuliert ging es um die "Etablierung, Stabilisierung und Transfor­mierung von Diktaturen" am Beispiel der DDR. Erste Ergebnisse der verschiedenen Projekte verdeut­lichten frühzeitig den inneren Zusammenhang von Geschichte und Gegenwart. Der Vereinigungs- und Transformationsprozeß läßt sich ohne Bezug auf Strukturen und Entwicklungslinien der DDR ebenso wenig analysieren geschweige denn verstehen wie die Vor- und Gründungsgeschichte der DDR ohne die Berücksichtigung der vorausgegangenen nationalsozialistischen Diktatur und ihrer Zerschlagung durch die Alliierten. Was anfangs Außenstehenden als eine verwirrende Vielzahl eher willkürlich zusammengewürfelter Projekte erschienen sein mag, erwies sich in der konkreten Arbeit als nutzbrin­gender Vorteil. Synergieeffekte ergaben sich insoweit nicht nur zwischen zeitgeschichtlichen Projekten, sondern speziell auch für Untersuchungen des Transformationsprozesses.

Die Projekte des Forschungsverbundes können systematisch in sieben Themenfeldern zusammen­gefaßt werden, wobei sich der innere Zusammenhang aus den genannten forschungsstrategischen Schwerpunkten ergibt.

Themenfeld 1:  Errichtung und Aufrechterhaltung der Diktatur in der DDR durch die SED-Führung und ihren zentralen Parteiapparat

Die Geschichte der SBZ/DDR wurde maßgeblich von der Politik der KPD/SED als Sachwalterin der sowjetischen Machtinteressen in Deutschland bestimmt. Bis 1990 konnte die Forschung die Geschichte der SED nur bedingt aufhellen, waren doch Quellenbestände wie das zentrale Parteiarchiv der SED unzugänglich. Die Untersuchungen zur SED stellen zweifelsohne den Kern der Arbeit des Forschungs­verbundes dar. Hierzu gehören die Nachkriegsplanungen der Moskauer Exil-KPD ebenso wie vor allem die Analyse des zentralen Parteiapparates der SED, der bis zu seinem Ende 1989 das eigentliche Macht- und Regierungszentrum der DDR dar­stellte. Von Anbeginn gaben in der Parteiführung wie im zentralen Parteiapparat der SED Funktio­näre der KPD aus dem sowjetischen Exil den Ton an.

Während das Projekt zu den Nachkriegsplanungen der Moskauer Kader im sowjetischen Exil be­reits mit einer Publikation abgeschlossen ist: "Nach Hitler kommen wir", (Manfred Wilke / Peter Erler / Horst Laude) Akademie-Verlag 1994, läuft das Forschungsprojekt zum Zentralen Parteiapparat dank der Finanzierungsverlängerung durch die Volkswagen-Stiftung bis 1999. Erste Ergebnisse wurden 1998 in dem Band "Anatomie der Parteizentrale" (Hg. Manfred Wilke) in der Reihe Studien des For­schungsverbundes SED-Staat, die im Berliner Akademie-Verlag erscheint, publiziert. Die Veröffent­lichung der Dokumente der KPD-Führung aus dem Moskauer Exil hat die Diskussion um die Vor­geschichte der DDR nachhaltig bereichert, wird hieraus doch deutlich, daß die programmatischen Pla­nungen in einem engen Zusammenhang mit den interalliierten Kriegskonferenzen und der sowjeti­schen Deutschlandpolitik stehen. Für die sowjetische KP-Führung sollte die Aufgabe der KPD darin bestehen, nach dem alliierten Sieg über das nationalsozialistische Deutschland mit Hilfe der Block­politik den anderen politischen Strömungen die programmatischen und strategischen Konzepte der KPdSU aufzuzwingen. Die Ergebnisse der Forschungen zum Zentralen Parteiapparat belegen diesen Ansatz, die KPD/SED nach 1945 nicht einfach nur als Fortsetzung der Weimarer KPD aufzufassen, sondern sie als "Okkupationspartei" der sowjetischen Besatzungsmacht zu verstehen.

Erstes Ziel der sowjetischen KP-Führung bildete die Ostorientierung Deutschlands oder zumindest des von ihr besetzten Territoriums. Die KPD-Führung, die an ihrem Ziel der Errichtung eines "Sowjetdeutschland" festhielt, legte ebenso unbeirrt die Bausteine für eine Einheitspartei der deut­schen Arbeiterbewegung auf der ideologischen Grundlage des Marxismus-Leninismus und der bol­schewistischen Parteikonzeption. Zur Umsetzung ihrer Besatzungspolitik benötigte die Sowjetunion politische Machtstrukturen, die kompatibel zu ihren eigenen waren. Von daher waren Gründung und Aufbau der SED als bestimmendes Machtzentrum die entscheidenden Voraussetzungen für Entste­hung und Entwicklung des zweiten deutschen Staates als Teil des sowjetischen Imperiums. Die KPD/SED-Führung hätte ihre Politik ohne einen zentralen Apparat, der gleichermaßen als Vorgabe- und Kontrollinstanz wirkte, nicht umsetzen können.

Des weiteren sind im Kontext dieses Themenfeldes Veröffentlichungen von Peter Erler zu den sowjetischen Internierungslagern und zur Reemigration von KPD-Kadern aus dem Moskauer Exil er­schienen; mehrere Aufsätze und Artikel von Michael Kubina zum Aufbau eines konspirativen Appa­rates der KPD, der als Nachrichtendienst in der SED fortgeführt wurde, erhellen die Vorgeschichte des Ministeriums für Staatssicherheit. Mit Mitteln des Forschungsverbundes erstellte darüber hinaus Ruth-Christin Rössler eine Quellenpublikation zur Entnazifizierungspolitik der KPD/SED von 1945-1948. Jochen Staadt hat die Entmachtung und Ablösung von Walter Ulbricht auf Grundlage der über­lieferten Parteiakten rekonstruiert. Mit dem Buch "Der SED-Staat" hat Klaus Schroeder in Zusam­menarbeit mit der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit 1998 eine erste Gesamt­darstellung der SED-Diktatur vorgelegt.

Themenfeld 2:  Die Deutschlandpolitik der SED

Die Forschungen zur West- und Deutschlandpolitik der SED begannen mit einem von der FU aus Eigenmitteln finanzierten Forschungsvorhaben über Einflußversuche von SED und MfS auf West-Berliner Wissenschaftseinrichtungen. Obschon sich aus noch zu klärenden Gründen der Quellenzu­gang in der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR als äußerst schwierig erwies, konnten diverse Maßnahmen zur Einflußnahme auf Einrichtungen der FU belegt werden. Zusätzlich zu dieser Untersuchung, die fortgesetzt werden soll, beschäftigen sich mehrere Forschungsprojekte mit den Entwicklungsstadien und Zielen der SED-Westpolitik.

Die als Band 1 der Studien des Forschungsverbundes SED-Staat erschienene Arbeit von Jochen Staadt zur Westpolitik der SED 1960 bis 1970 hat die wissenschaftliche und öffentliche Diskussion über dieses Thema geradezu provoziert, erlaubte sie doch einen Einblick in Konzeption, Intention und operative Umsetzung der geheimen Westarbeit der SED. Insbesondere um die Frage der direkten Einmischung der SED in die westdeutsche Innenpolitik entbrannte eine heftige Kontroverse, die durch eine Expertise von Jochen Staadt für die Enquete-Kommission des Bundestages zur Aufarbeitung der Geschichte und Folgen der SED-Diktatur ausgelöst wurde. In verschiedenen Veröffentlichungen von Staadt wurden die Aktivitäten der SED in der Bundesrepublik in Umrissen erkennbar. Deutlich wurde aber auch, in welchem Maße die SED versuchte, durch den Aufbau eines Netzes von Vertrauensleuten in den politischen Institutionen der Bundesrepublik die westliche Deutschlandpolitik systematisch und zielstrebig durch ihre "Lobbyisten" zu beeinflussen. Im Auftrag der beiden Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestages "Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland" und "Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozeß der deutschen Einheit" hat Jochen Staadt zwei Expertisen zur SED-Westarbeit in den Jahren von 1971-1989 verfaßt, die in den Materialien der Kommissionen veröffentlicht wurden. Diesem Themenfeld zuzuordnen sind auch weitere Veröffent­lichungen von Mitarbeitern des Forschungsverbundes. Als Expertise für die Enquete-Kommission "Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland" stellte Hans-Peter Müller erstmals auf Basis der SED-Politbüroakten die Gründung der DKP 1968 als Interventionsapparat der SED für ihre Westarbeit in der Bundesrepublik dar. Manfred Wilke und Hans-Hermann Hertle unter­suchten in ihrem Buch "Das Genossen-Kartell" das Verhältnis zwischen der SED und der IG Druck und Papier/IG Medien; Uwe Bastian befaßte sich mit der "Bearbeitung" von Greenpeace durch das MfS, Klaus Schroeder und Jochen Staadt dokumentierten die Auseinandersetzung um die SED/MfS-Einflußnahme auf die FU Berlin; Steffen Alisch hob die programmatische Bedeutung des "Instituts für internationale Politik und Wirtschaft" für die Westarbeit der SED hervor. Jochen Staadt gab "Auf höchster Stufe" Gespräche mit Erich Honecker heraus und veröffentlichte zusammen mit Reinhard Borgmann unter dem Titel "Deckname Markus - Spionage im ZK" die Geschichte von zwei Top-Agen­tinnen, die für die CIA im ZK zehn Jahre lang die führenden Kader der SED aushorchten.

Seit 1996 werden im Forschungsverbund die Verhandlungen zwischen Beauftragten des Berliner Senats und Vertretern der DDR-Regierung über die Probleme der geteilten Stadt untersucht. Im Zu­sammenhang mit diesem Projekt legte der langjährige West-Berliner Verhandlungsführer, Senatsdiri­gent a.D. Gerhard Kunze, unter dem Titel "Grenzerfahrungen" 1999 seine auf persönlicher Erinnerung und umfangreicher Akteneinsicht beruhende Geschichte der Kontakte und Verhandlungen zwischen dem Land Berlin und der DDR 1949-1989 vor.

Themenfeld 3:  Die SED-Kirchenpolitik gegenüber der evangelischen Kirche

Der erste Beitrag des Forschungsverbundes zur Untersuchung der SED-Kirchenpolitik erschien als Dokumentation im Kontext des Untersuchungsausschusses "1/3" des Brandenburger Landtages, der sich von 1992-1994 mit der Prüfung der MfS-Verstrickungen des Ministerpräsidenten Manfred Stolpe befaßte. Als Sachverständiger war Manfred Wilke beauftragt, für den Untersuchungsausschuß die SED-Archivalien zur Kirchenpolitik zu sichten. Die Auswertung der Dokumente legte Struktur und Ent­wicklungslinien des horizontal und vertikal gegliederten Apparates, den die SED seit 1954 zur Beherr­schung der Kirche aufbaute und das mit ihm verbundene breit gefächerte Herrschaftskonzept von Repression und Integration offen. Als wichtigstes, die öffentliche und wissenschaftliche Debatte nach­haltig beeinflussendes Ergebnis konnte herausgearbeitet werden, daß das MfS nur ein Instrument der SED-Kirchenpolitik war. Die zentrale Schaltstelle für die Kirchenpolitik in der DDR stellte dagegen die "Arbeitsgruppe Kirchenfragen" im ZK-Apparat dar, die einem ZK-Sekretär unterstand. Die in die­sem Zusammenhang gewonnenen Untersuchungsergebnisse fanden auch Eingang in verschiedenen Expertisen für die schon erwähnte Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages, "Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland".

Die Kirchen waren in der Teilungsgeschichte die einzigen verbliebenen gesamtdeutschen Institutio­nen. Das galt auch für den Bund der evangelischen Kirchen in der DDR (BEK), der bei seiner Grün­dung die besonderen Beziehungen zur EKD der Bundesrepublik ausdrücklich festschrieb. Der BEK war in all den Jahren seiner Existenz auf Finanzhilfen seitens der EKD angewiesen, die im Rahmen des innerdeutschen Handels abgewickelt wurden. Die SED-Kirchenpolitik besaß somit immer eine deutschlandpolitische Komponente.

Die mit der Dissertation von Martin Goerner, "Die Kirche als Problem der SED. Strukturen kom­munistischer Herrschaftsausübung gegenüber der Evangelischen Kirche 1945-1958", vorgenommene systematische Untersuchung bestätigte die Ergebnisse von 1992. Im Rahmen dieses Themenfeldes be­faßt sich in Kooperation mit dem Forschungsverbund der Münsteraner Kirchenhistoriker Peter Maser mit den deutsch-deutschen Gedenkfeiern des 500. Geburtstages von Martin Luther 1983. In der Schrif­tenreihe des Verbundes erschien 1999 die Arbeit von Andreas Schalück über den Vorsitzenden der gleichgeschalteten Ost-CDU Otto Nuschke, der von 1949-1953 der Hauptabteilung "Verbindung zu den Kirchen" dem Ministerrat vorstand: "Eine Agentur der Kirchen im Staatsapparat?"

Themenfeld 4:  Die SED in den Systemkrisen des sowjetischen Imperiums

Die Rolle der DDR und der SED im Ostblock, dargestellt an ihrem Verhalten in besonderen Krisen­situationen des sowjetischen Imperiums, nahm von Beginn an eine wichtige Rolle in unserer For­schungsarbeit ein. Hierbei ging es zentral um die Frage, ob und inwieweit die SED-Führung ihrer zentralen Legitimationssäule "Frieden" tatsächlich gerecht wurde, wie ihr Verhältnis zur sowjetischen Hegemonialmacht und den Reformprozessen in den "Bruderstaaten" war. Sowohl die Untersuchung zur Politik der SED in der "Polen-Krise" 1980/81 wie auch ihres Verhaltens beim Einmarsch der War­schauer-Pakt-Staaten in die Tschechoslowakei 1968 zeigten, daß die SED-Parteiführung jeweils zu den "Falken" im sowjetischen Machtblock zählte, die eine harte und bedingungslose Einmischungspolitik verfolgten. Die in der Buchreihe des Forschungsverbundes erschienenen Studien zu beiden Themen haben eine beachtliche öffentliche Resonanz nicht nur in der Bundesrepublik, sondern gerade auch in Polen und Tschechien erlangt.

Das Forschungsvorhaben "Die SED und der Prager Frühling 1968" hatte seine Arbeit bereits aufge­nommen, als der Forschungsverbund gegründet wurde. Am 26. April 1991 genehmigte die Leitung des zentralen Parteiarchivs der SED im "Institut für die Geschichte der Arbeiterbewegung, Berlin", den Antrag auf Akteneinsicht in die Bestände, die die Beteiligung der DDR an der Okkupation der CSSR 1968 durch Truppen des Warschauer Paktes zum Gegenstand hatten, obwohl das Jahr 1968 damals noch in die übliche 30-Jahre-Sperrfrist fiel. Erste Ergebnisse wurden von Lutz Priess und Manfred Wilke auf der internationalen Konferenz "Tschechoslowakische Entwicklungen des Jahres 1968 und ihre internationalen Zusammenhänge und Folgen" im Dezember 1991 in Liblice bei Prag vorgetragen. Veranstaltet wurde die Konferenz von der 1989 gebildeten Regierungskommission der CSSR zur Analyse der "Ereignisse der Jahre 1967-1970". Die Konferenz wurde von der tschechoslowakischen Regierungskommission organisiert, um die Ergebnisse der internationalen Forschung zum Thema "CSSR 1968" in die eigene Arbeit einzubeziehen; sie zeigte, daß die Akten der SED einen wichtigen Beitrag zur Rekonstruktion der sowjetischen Interventionspolitik gegen die tschechoslowakische Re­formbewegung lieferten und die SED-Führung bei der Ausarbeitung und Durchsetzung dieses Kon­frontationskurses eine wichtige Rolle gespielt hat. Die Arbeitsbeziehungen mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Regierungskommission, Dr. Vaclav Kural, konnten auch danach aufrecht erhalten werden. Die Volkswagen-Stiftung hat im Rahmen ihres Schwerpunktes "Diktaturen im Europa des 20. Jahrhunderts: Strukturen, Erfahrungen, Überwindung und Vergleich" das Forschungsvorhaben zum Prager Frühling und dem Beitrag der SED zu seiner Unterdrückung gefördert. Durch die inter­nationale Kooperation war es auch möglich, wesentliche sowjetische Archivalien zu diesem Ereignis zu sichten, die von der russischen Führung den Tschechen nach 1990 übergeben wurden. 1996 wurden die Ergebnisse dieses ersten internationalen Forschungsprojekts des Verbundes in seiner Schriftenreihe unter dem Titel "Die SED und der Prager Frühling 1968" publiziert.

Im Zusammenhang mit der Arbeit für den Untersuchungsausschuß "1/3" des Brandenburger Land­tages stießen Mitarbeiter des Forschungsverbundes auf Dokumente der SED-Interventionspolitik in der polnischen Krise 1980-1982, die der Verbund 1993 in einem Arbeitspapier der Öffentlichkeit vor­legte. 1995 erschien in den Studien des Forschungsverbundes das Buch von Michael Kubina / Manfred Wilke, "Hart und kompromißlos durchgreifen! Die SED kontra Polen 1980/81. Geheimakten der SED-Führung über die Unterdrückung der polnischen Oppositionsbewegung".

Im Zusammenhang der Analyse der SED-Außenpolitik, wie sie im Falle Polen untersucht und dokumentiert wurde, traten zentrale methodische Probleme zeitgeschichtlicher Arbeit auf. Diese be­standen in der Asymmetrie des zugänglichen Quellenmaterials, da in der Regel weder partei- und regierungsinterne sowjetische Überlieferungen noch westliche Quellen dieser Provenienz verfügbar sind. Die Auswertung und Publikation der SED-Akten über die polnische Krise verursachte in Polen ein erhebliches Aufsehen, da dort vergleichbare Aktenbestände noch einer Sperrfrist unterliegen und die Sowjetunion polnischen Institutionen nur selektiv Akten übergeben hatte. Leider bleiben auch die Unterlagen des Bundeskanzleramtes und des Bundesaußenministeriums gesperrt, so daß eine zeitge­schichtliche Untersuchung, die sich auf alle vergleichbaren Überlieferungen stützen könnte, noch in ferner Zukunft liegt. Insoweit haben methodische Bedenken von Zeithistorikern gegenüber Darstel­lungen, die sich ausschließlich auf die SED-Überlieferungen stützen, eine gewisse Berechtigung. Diese Bedenken werden in unserer Einrichtung geteilt, falls sie nicht nur der Verdeckung und Verdrängung unbequemer Tatsachen dienen. Doch trotz der Grenzen der heute zugänglichen Quellenbestände scheint uns eine Veröffentlichung und Kommentierung von Dokumenten auch zu politisch brisanten Themen sinnvoll und angemessen, da ansonsten die öffentliche Diskussion weitgehend auf Spekulatio­nen und den Darstellungen beteiligter Akteure beruhen würde. Zeitgeschichtliche Forschungen haben in der Vergangenheit häufig politische Kontroversen ausgelöst, nicht zuletzt weil politische Konzeptio­nen nicht selten auf zeitgeschichtlichen Analysen fußen.

Eine Geschichte der SED-Interventionspolitik gegenüber Polen und der CSSR läßt sich in ihrer Komplexität abschließend zwar nicht allein auf Basis der SED-Überlieferungen schreiben, aber die Beschlüsse der Führung und die ausgewerteten Gesprächsberichte von SED-Funktionären mit ihren polnischen und tschechoslowakischen Partnern liefern die Grundlage zur Rekonstruktion der Außen­politik der SED sowie des ihnen zugrundeliegenden inneren Systemzusammenhangs. Das zweite inter­nationale Forschungsprojekt des Verbundes befaßte sich in Zusammenarbeit mit dem Budapester Institut 1956 mit der Politik der kommunistischen Parteien der DDR und Ungarns in der ersten Systemkrise des sowjetischen Blocks nach Stalins Tod 1953-1956. Seine Ergebnisse wurden 2000 in dem von Andras B. Hegedüs und Manfred Wilke herausgegebenen Band "Satelliten nach Stalins Tod" in den Studien des Forschungsverbundes publiziert.

Themenfeld 5:  Die Wissenschafts- und Kulturpolitik der SED

SMAD und SED trachteten von Beginn an danach, Wissenschaftler und Künstler in die ideologische und politische Umwälzung der Gesellschaft einzubinden. Die Vertreibung "bürgerlicher" Wissen­schaftler und Künstler sowie die Gleichschaltung von Universitäten, Bildungseinrichtungen und Kul­turinstitutionen zielten auf Etablierung und Institutionalisierung der dogmatischen Lehre und kompa­tibler Strukturen zur Ausbildung entsprechender Kader. Am Beispiel der Humboldt-Universität wird der Prozeß der "Sowjetisierung" der ostdeutschen Hochschulen, aber auch die Grenzen und die "deut­sche Variante" dieses Umgestaltungsprozesses sichtbar. Bernd Rabehl hat in verschiedenen Aufsätzen diese Vorgänge untersucht und dabei auch auf die Rolle der Intelligenz im Prozeß der Sowjetisierung Ostdeutschlands hingewiesen. Gerade auf dem Gebiet des Ausbildungswesens lassen sich bis zum heu­tigen Tage erhebliche Nachwirkungen feststellen, kommen doch gerade kritische Stimmen zum Ver­einigungsprozeß aus dem Umfeld der ehemaligen "DDR-Intelligenz".

Der totalitäre Gestaltungsanspruch der SED erfaßte bald den gesamten Bereich der Kultur. Kunst­richtungen und Künstler, die den ästhetischen und inhaltlichen Vorstellungen der Partei nicht folgten, wurden ausgegrenzt und vertrieben. Mit den kürzlich begonnenen sowie den geplanten Projekten zur SED-Kulturpolitik erweitert der Forschungsverbund seine Themenfelder um eine wichtige Dimension.

Die SED schuf sich mit der Staatlichen Kunstkommission ein Kontroll- und Lenkungsorgan, um gegen Individualismus und Widerspenstigkeit von Künstlern ihre antimoderne und antiwestliche Kul­turpolitik durchzusetzen. Der durch die Bereitstellung von ABM-Mitteln möglichen archivalischen Aufbereitung dieser Thematik folgt ein von der DFG gefördertes Forschungsprojekt. In einem weite­ren langfristig angelegten Forschungsvorhaben zum sozialistischen Kernstaat DDR und seiner Kultur­politik ging es in einem Buchprojekt um den "anderen Zustand" in der DDR-Literatur. Jürgen Serke hat die vergessenen und verdrängten Zeugnisse von Autoren, die nicht der Parteilinie folgten, sondern deren Wirken ein Ausdruck für die ständige Bedrohtheit der Menschen in der DDR waren, unter­sucht, und sein Buch "Zuhause im Exil. Dichter, die eigenmächtig blieben in der DDR", 1998 im Piper-Verlag erschienen, bewahrt einen übersehenen Teil deutscher Nachkriegsliteratur vor dem Vergessen.

Themenfeld 6:  Widerständiges Verhalten und Opposition im SED-Staat

SMAD und KPD/SED konnten ihre Herrschaft nur gegen den zum Teil erbitterten Widerstand brei­ter Bevölkerungskreise errichten. Die Geschichte des SED-Staates kann daher immer auch als eine Geschichte von Opposition, Dissidenz und Verweigerung geschrieben werden. Allerdings veränderten sich im Laufe der Geschichte auch Formen und Inhalte widerständigen Verhaltens. Die seitens des Forschungsverbundes begonnenen Untersuchungen zu diesem Themenfeld konzentrierten sich zum einen auf die Frühphase; so legte Peter Erler verschiedene Arbeitspapiere zum sowjetischen Spezial­lager Nr. 3 und der späteren zentralen Untersuchungshaftanstalt des MfS in Berlin-Hohenschönhausen vor. Martin Jander hat in verschiedenen Aufsätzen wie auch in seinem Buch zu Formierung und Krise der DDR-Opposition Thesen zu Rolle und Bedeutung der DDR-Opposition in den 80er Jahren vorgelegt, die zum Teil heftige Kontroversen ausgelöst haben. Martin Jander hat darüber hinaus eine vorläufige Chronologie zur DDR-Opposition erstellt, die als Arbeitspapier des Forschungsverbundes erschienen ist. Das Ausmaß der Unzufriedenheit in der DDR wird auch deutlich in dem Arbeitspapier von Jochen Staadt "Eingaben - Die institutionalisierte Meckerkultur in der DDR".

In den letzten Jahren hat der Forschungsverbund in Zusammenarbeit mit dem Robert-Havemann-Archiv begonnen, die Biographie dieses wichtigen Oppositionellen der DDR zu erforschen. Erste Ar­beitsergebnisse legten Werner Theuer und Manfred Wilke in ihrem Arbeitspapier "Robert Havemann und die Widerstandsgruppe Europäische Union" vor. Diese Arbeit wird fortgeführt durch Simone Hannemann, die an einer umfassenderen Geschichte der Europäischen Union arbeitet. Das besondere an dieser Forschung über die Widerstandstätigkeit Havemanns in der NS-Diktatur, für die ihn der Volksgerichtshof 1943 zum Tode verurteilte, liegt darin, daß das MfS alle Materialien von Gestapo und Volksgerichtshof zusammentrug, als es in den 60er Jahren gegen Havemann ermittelte.

Themenfeld 7:  Vereinigungs- und Transformationsforschung

Unmittelbar nach dem Zusammenbruch der DDR und der deutschen Vereinigung setzte innerhalb der west-, aber auch der neu formierten ostdeutschen Sozialwissenschaften ein regelrechter Wettlauf um Projekte zur Transformation des ostdeutschen Systems ein. Viele Forschungsvorhaben und Projekte standen indes unter der normativen Prämisse der Kritik an der Vereinigungspolitik der Bundesregie­rung und blendeten die Vorgeschichte der neuen Bundesländer geradezu systematisch aus. Hiergegen wollte der Forschungsverbund mit seinen Arbeiten zum Vereinigungs- und Transformationsprozeß ein Gegengewicht bilden. In unseren Untersuchungen findet neben der Analyse des Verhaltens aktueller sozialer und politischer Akteure immer auch die Vorgeschichte angemessene Berücksichtigung. Ohne diesen forschungsstrategischen Bezug verbleiben Untersuchungen nach unserem Verständnis zumeist auf der Ebene wissenschaftlich verbrämter politischer Schuldzuweisungen. Die verschiedenen Projekte haben diese Annahme belegen können. Walter Heering, Klaus Schroeder und weitere Mitarbeiter haben den ambivalenten Wandlungsprozeß der Arbeitsbeziehungen in ostdeutschen Unternehmen unter­sucht, der die Neugestaltung industrieller Beziehungen in ganz Deutschland zukünftig nachhaltig be­einflussen dürfte. In anderem Kontext konnten Walter Heering und Klaus Schroeder aufzeigen, daß die Beschäftigungsprobleme von Frauen in Ostdeutschland in der öffentlichen Debatte stark über­zeichnet werden und zudem weniger vereinigungsbedingt sind, als vielmehr ihre Wurzeln in einem tradierten Verständnis geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung in der DDR haben. Hans-Peter Müller und Manfred Wilke zeigten in der Studie "Die Braunkohlepolitik der Steinkohlegewerkschaft", wie westdeutsche Gewerkschaften die von der SED-Machtpolitik geprägte Situation in ostdeutschen Be­trieben 1990 nicht wahrnehmen wollten, weil sie die politische Dimension des Zusammenbruchs der DDR ausblendeten. Die von Ulrich Hartmann, Stephan Herten und Klaus Schroeder erarbeitete prozeß­begleitende Studie zum geplanten Fusionsprozeß von Berlin und Brandenburg hat ebenfalls zu einem entsprechenden Ergebnis geführt, wie die in der Vergangenheit wurzelnden Gründe des Scheiterns dieser Fusion offenlegen. Die Schwierigkeiten mit der Bewältigung von "Altlasten" im Vereinigungs­prozeß gehen auch in die Untersuchung des Forschungs- und Technologieparks Adlershof als einem Versuch, alte Forschungs- und Wissenschaftsstrukturen in eine neue Wissenschaftslandschaft zu über­führen, zentral mit ein.

Der Forschungsverbund war von Beginn an als befristeter Arbeitszusammenhang konzipiert. Zum Zeitpunkt seiner Institutionalisierung im Jahre 1992 hatten die Projektleiter im Konsens mit dem Prä­sidenten der Freien Universität vereinbart, nach fünf Jahren die Projektarbeit des Forschungsverbun­des von einer unabhängigen Kommission bewerten zu lassen. Die eingesetzte Evaluierungskommis­sion, bestehend aus Dr. Karl-Wilhelm Fricke, Köln, Professor Dr. Hans-Günter Hockerts, München, Professor Dr. Wolfgang Schuller, Konstanz und Professor Dr. Uwe Thaysen, Hamburg, hat inzwischen ihre Arbeit beendet und der FU und dem Land Berlin 1997 eine Fortführung der Arbeit des Forschungsverbundes empfohlen. Der Präsident der FU und der Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur haben daraufhin die weitere Unterstützung seiner Arbeit bis 2003 zugesagt.

1) Die Selbstdarstellung des Forschungsverbundes aus dem Jahre 1997 wurde von Manfred Wilke aktualisiert.

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