Helmut Bender und Günther Moosbauer

Siedlungsarchäologie, Agrararchäologie und Umweltarchäologie im Bereich der nordwestlichen Provinzen des Imperium Romanum (Germania Inferior und Superior, Raetia und Noricum)

Aus der Arbeit im Fach Archäologie der Römischen Provinzen an der Universität Passau

Hinweis: Die Zahlen in Klammern verweisen auf die Anmerkungen am Ende des Textes

Siedlungsarchäologie, Agrararchäologie und Umweltarchäologie: Das mag beim erstmaligen Lesen oder Hören als Effekthascherei oder Modernismus erscheinen; aber mit diesen drei Begriffen sind neuere Arbeitsgebiete des Faches Archäologie der Römischen Provinzen in Deutschland gut abgedeckt.

Wir sind in erster Linie Archäologen; im Rahmen der allgemeinen Geschichtswissenschaft, zu der die Archäologie gehört, könnte man auch von Siedlungsgeschichte, Agrargeschichte und Umweltgeschichte sprechen. Da aber unsere Quellen, besonders in der Archäologie der nordwestlichen Provinzen des römischen Reiches, dinglicher Natur sind, ist der Begriff Archäologie vorzuziehen, also: Siedlungsarchäologie, Agrararchäologie und Umweltarchäologie.

Siedlungsarchäologie

Dieser Begriff ist in seinem heutigen Verständnis seit 1930 etabliert und hat die klassische Beschreibung in dem Handbuch von Herbert Jankuhn, Einführung in die Siedlungsarchäologie (Berlin-New York 1977) gefunden. In einem Schema auf Seite 7 bzw. 9 dieses Werkes sind unter dem Dach der Siedlungskunde drei Disziplinen zusammengefaßt: Siedlungsarchäologie - Siedlungsgeographie - Siedlungsgeschichte. Während die Siedlungsgeschichte die Auswertung von schriftlichen Quellen jeglicher Art betreibt, versucht die Siedlungsgeographie(1) durch Analyse von Karten und heutigen Fluren regressiv frühere Formen menschlichen Siedlungsverhaltens zu rekonstruieren. Das kann nicht sehr weit in vorheutige Epochen zurückführen: das Kartenmaterial ist meist nicht älter als 200 oder 300 Jahre, und vormittelalterliche Flurformen oder gar römische sind kaum bekannt(2). Schriftliche Quellen, die jenseits von Herrscher- und Kriegsgeschichte fundiertere Aussagen zum Siedlungsverhalten des Menschen erlauben, sind ziemlich selten. So kommt es vor allem der Archäologie zu, an Hand von Befunden und Funden frühere Epochen zu erforschen. Die Siedlungsarchäologie umfaßt nach H. Jankuhn jeglichen Aspekt, sie ist nicht allein Ausgrabung und Beurteilung einer Siedlung, der zugehörigen Gräberfelder, der Verkehrswege, sondern auch Beurteilung der Funde für chronologische, technikgeschichtliche, handelsgeschichtliche, kulturgeschichtliche, religiöse u.a. Aspekte. Die moderne Siedlungsarchäologie bezieht selbstverständlich die Naturwissenschaften mit ein: Archäozoologie(3), Archäobotanik(4), Bodenkunde, Klimatologie. Modernste Prospektionsmethoden wie Luftbildarchäologie und Geophysik(5) gestatten es immer mehr, auch ohne Ausgrabungen und wesentlich kostengünstiger ganze Landschaften zu analysieren.

H. Jankuhn, der große Siedlungsarchäologe, hat in seinen Forschungen und Anstößen immer diesen Gesamtaspekt im Auge behalten und in vielen, von der Göttinger Akademie veranstalteten Kolloquien und in gewichtigen Publikationen interdisziplinär gearbeitet. Er hat sich damit ganz stark von der althergebrachten typologisch-antiquarischen Methode abgesetzt, wie sie z.B. von der Münchner Schule unter J. Werner betrieben wurde. Das bewundernswerte, aber bisher nur bis zum Buchstaben F gediehene Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (2. Auflage Hoops) samt zugehörigen Begleitbänden, übrigens eine wahre Fundgrube auch für den römischen Archäologen, ist ebenfalls von H. Jankuhn maßgeblich initiiert worden.

Nach den Restriktionen der NS-Zeit hat die Archäologie der Römischen Provinzen in Deutschland, aber auch in den Nachbarländern Niederlande, Belgien, Schweiz und Österreich einen gewaltigen Auftrieb erfahren (6). Das liegt natürlich einerseits am Bauboom, andererseits jedoch auch an einem gesteigerten Interesse an den Römern. Hier kam vor allem ein siedlungsarchäologisches Interesse zum Tragen: nicht nur der einzelne chronologisch wichtige oder schöne Fund, die Statuette, das Relief, das Mosaik, die Wandmalerei, das Herrenhaus eines Gutshofes, das Stadthaus usw. Es wurden, nach Möglichkeit, die Lager ganz oder mit raffiniert-genial angelegten Schnitten untersucht - H. Schönberger ist ein Meister dieser Technik -, ganze Stadtareale freigelegt oder Gutshöfe komplett ergraben; schließlich ist man im Bereich der gigantischen Braunkohletagebaue im Rheinland zwischen Köln und Aachen ganzen römerzeitlichen Siedlungslandschaften nachgegangen (7). Diese Forschungen erlauben es jetzt, nachdem unter Kolluvien ältere Siedlungshorizonte 5 bis 8 Meter unter heutigem Niveau entdeckt wurden, die Umwelt der ebenfalls ergrabenen Gutshöfe zu rekonstruieren und eine markante Änderung im Landwirtschaftssystem in der 1. Hälfte des 3. Jahrhunderts n.Chr. zu erkennen. Auf diesen Aspekt ist im letzten Abschnitt zurückzukommen.

Im Rheinland (8), wo H.v. Petrikovits wesentliche Impulse zur Siedlungsarchäologie und zur Fundbearbeitung, zur Etablierung der Naturwissenschaften und zur Entwicklung der Prospektionsmethoden verdankt werden, wurde eine andere wichtige Methode weiterentwickelt: die archäologische Landesaufnahme, in der sämtliche bekannten Befunde und Funde aufgenommen und durch Geländebegehungen ergänzt werden. Zu nennen sind die Kreisaufnahmen von Bergheim (1969, H. Hinz), Kempen-Krefeld (1971, G. Loewe) und Geldern (1960, F. Geschwendt). In ausgewählten Arealen in der Voreifel wurden römerzeitliche Flurrelikte untersucht, Nebenerwerbsanlagen zu Gutshöfen erkannt und Beziehungen zum Verkehrsnetz analysiert. Kleinere Ausgrabungen dienten hier
nur der Kontrolle (9).

Dieser ganzheitliche Aspekt einer Siedlungsarchäologie von ländlicher Besiedlung, Verkehrsnetz, vici, Militäranlagen und städtischen Agglomerationen hat wesentlichen Einfluß in der römischen Forschung ausgeübt. Für Rheinhessen (10), den Rheingau und die Wetterau (11) wurden Inventarwerke zur ländlichen Besiedlung erstellt; im Süden Deutschlands, wo lange Zeit die Erforschung der militärischen Anlagen im Vordergrund stand, hat man erst mit einiger Verzögerung seit den 70er Jahren Stadt-Lager-Land-Beziehungen erforscht: W. Czysz, Nördlinger Ries (12) (Diss. 1975); H. Bernhard, Umland Speyer (13). Im Jahre 1990 erschien die bemerkenswerte, 1978 als Münchner Dissertation abgeschlossene Arbeit von Th. Fischer über das Regensburger Umland (14); andere Vorhaben für Nordrhein-Westfalen (15) und Baden-Württemberg (16) sind geplant oder stehen vor dem Abschluß. Für das römische Österreich ist Ähnliches nicht bekannt, über die Schweiz ist ein Überblick schwierig, so daß man sich mit Teilaspekten begnügen muß (17).

Die Studie von Th. Fischer zum Regensburger Umland, in der nicht nur Befunde und Funde der ländlichen Siedlungen analysiert wurden, sondern auch deren Beziehung zum während der Markomannenkriege zerstörten Hilfstruppenlager Kumpfmühl, dem Legionslager in der Altstadt, zu den canabae und vici und anderen Siedlungen dörflichen Charakters in die Betrachtung einbezogen wurde (18), ließ es als besonders interessant erscheinen, das östlich anschließende Areal bis zur norischen Grenze zu bearbeiten. So hat G. Moosbauer in seiner Dissertation das Material der Stadt- und Landkreise Straubing, Straubing-Bogen, Deggendorf, Passau-Land und Stadt, Rottal-Inn und Dingolfing-Landau bearbeitet (19) (allein über 8.000 Fundnummern). Damit wurde auch eine Verbindung zum Untersuchungsgebiet der Kolleginnen und Kollegen vom Österreichischen Archäologischen Institut Wien (20) um Altheim und Braunau auf der oberösterreichischen Innseite hergestellt.

Ein anderes Projekt, das weit über den nationalen Rahmen hinausführt und in dem die Siedlungsarchäologie des zentralen Teils Mitteleuropas zur Darstellung kommt, sei hier angeschlossen. 1990 hat das Fach Archäologie der Römischen Provinzen an der Universität Passau die interessante Aufgabe erhalten, zwei Blätter des neu konzipierten 'Atlas of the Greek and Roman World' zu übernehmen. Das monumentale Werk mit 60 Mitarbeitern, 10 Vikaren und einem General-Editor Richard Talbert wird von der American Philological Association gesponsert und herausgebracht und soll Ende 1999 erscheinen (21). Das von uns übernommene Nordblatt 12 Mogontiacum-Reginum-Lauriacum umfaßt Areale diesseits und jenseits der Reichsgrenzen, was die Bearbeitung interessant, aber besonders schwierig machte. Das Südblatt 19 umfaßt den zentralen Alpenbereich von Kempten-Salzburg bis Mailand-Istrien.

Der Atlas reicht chronologisch von ca. 550 v.Chr. bis etwa 640 n.Chr. Die Schwierigkeit, allein auf den erwähnten beiden Blättern ganz verschiedene Kulturstufen darzustellen, liegt auf der Hand. Die Tatsache, daß es gelungen ist, heutige nationale Grenzen zu überwinden (22), hebt das Unternehmen deutlich von der dahindümpelnden Tabula Imperii Romani (TIR) ab. Die zuletzt erschienenen Blätter (23) sind sozusagen eine Pervertierung der wissenschaftlichen Gemeinschaft, weil Areale in Portugal und Frankreich bzw. Syrien, Jordanien und Ägypten einfach ohne archäologische Eintragungen erschienen sind (24).

Wie eingangs erwähnt, gehören Untersuchungen in den Städten, Dörfern u.ä. ebenfalls in den Bereich der Siedlungsarchäologie. Die Publikation aller dieser Unternehmungen, die meist Notgrabungen waren (25), ist zeitaufwendig und schwierig. Die Ergebnisse sind meist nur aus Vorberichten bekannt. Es gibt derzeit nur zwei römische Städte, deren Entwicklung auf Grund neuer publizierter Untersuchungen besser zu beurteilen ist (26): Augst/Kaiseraugst am Hochrhein und Xanten am Niederrhein (27). In Österreich ist nach langer Stagnation und der Dominanz der Militärarchäologie an der Donau (28), der Magdalensbergforschung und der Untersuchung frühchristlicher Anlagen (29) die Stadtkernuntersuchung in St. Pölten/Cetium, Flavia Solva(30) und Virunum (31) aufgenommen worden. Hier wird nun nicht mehr pauschalierend historisch argumentiert, sondern mit minutiöser Analyse archäologischer Befunde und Funde der Entwicklung der Stadttopographie nachgegangen. Den "nichtstädtischen Siedlungen" (32) oder den agglomérations secondaires (33) hat sich die Forschung verstärkt zugewandt und neuere Überblicke vorgelegt bzw. durch Grabungen z.B. in Bad Wimpfen, Walheim und Ladenburg (34) den Übergang vom Hilfstruppenkastell in eine zivile Siedlung (civitas - Vorort) untersucht. In Augsburg schließlich konnte nun endgültig begründet werden, warum das Siedlungsmuster des Munizipiums des 2./3. Jahrhunderts n.Chr. sich so merkwürdig unorganisch entwickelt hat. Auch hier geht nämlich der späteren Provinzhauptstadt eine militärische Anlage voraus, die unmittelbar an den Komplex Augsburg-Oberhausen anschließt und wahrscheinlich erst in flavischer Zeit aufgelassen wird (35). Derzeit tendiert die Forschung dazu, Kempten als den Vorläufer im Range einer Provinzhauptstadt zu betrachten (36). Die Verlagerung der Verwaltung von letzterem Ort nach Augsburg, wohl in hadrianischer Zeit (municipium Aelium Augustum), bedeutete einen Abschwung für den Platz im Allgäu, was sich siedlungsarchäologisch auch an fehlenden Nachweisen von Bauprogrammen der späteren mittleren Kaiserzeit nachweisen läßt.

Die Grabungen im zivilen Rottweil (37), das gleich mehrere Truppenlager zu beiden Seiten des Neckar als Siedlungsvorläufer hatte, haben einige neue Aspekte einer Stadtentwicklung gebracht, auf die besonders C.S. Sommer hingewiesen hat (38). In einer ganzen Reihe weiterer Siedlungen im römischen Deutschland bzw. in der Germania Superior(39) und Inferior (40) und Belgica(41) wird laufend gegraben, wobei Trier, nachdem während der 60er und 70er Jahre einige bedeutende Publikationen unter R. Schindler herausgebracht wurden, derzeit wegen enormer Grabungsverpflichtungen und Museumsbauten publikationsmäßig zurückbleibt (42).

Eine siedlungstopographische Erscheinung ist anläßlich der Publikation von Ladenburg durch die beiden Autoren näher beschrieben worden (43): einfache, bekieste Marktplätze vor einem Tor des Lagers. Solche dem Handel und Tausch zwischen Militärangehörigen und Händlern/Handwerkern dienenden Anlagen sind inzwischen bei anderen Truppenlagern erkannt worden, z.B. Regensburg-Kumpfmühl, Künzing, und wurden von C.S. Sommer in einer wichtigen Forschungsübersicht behandelt (44).

Mit einem Verweis auf die Archäologie der militärischen Anlagen soll dieser Abschnitt beschlossen werden. Ihre Erforschung wurde, sei es im Gelände oder am Schreibtisch bzw. am Computer kontinuierlich gefördert, auch veranlaßt durch ein Jubiläum 1992, nämlich der Gründung der Reichslimeskommission 1892. Durch die Herausgabe von Katalogen und Führern hat sie eine Bestandsaufnahme erfahren (45). Komplette Untersuchungen sind wegen der Größe der Aufgabe selten geworden (46). Rekonstruktionen von Wachttürmen oder von Teilen der Lagermauern, die ja auch eine Menge Geld kosten, freilich öfters mit ABM-Kräften bewältigt wurden, erfreuten sich während der 70er und 80er Jahre großer Beliebtheit (47).

Strukturanalysen mittels moderner geographischer Methoden (Christaller, v. Thünen) sind versucht und teilweise zur Erkennung antik römischer Marktverteilungsmuster akzeptiert worden (48). Der Verkehr auf dem Wasser - die nordwestlichen Provinzen besitzen ja mehrere große Flußsysteme - kann dank neuer Schiffsfunde an Rhein und jetzt auch Donau bzw. durch Hafenbefunde wesentlich besser beurteilt und dem bisher wohl etwas überbewerteten Verkehr auf dem Lande als gleichrangig, wenn nicht gar für bestimmte Transportprobleme als überlegen entgegengestellt werden (49).

Agrararchäologie

Der Begriff Agrararchäologie ist relativ jungen Datums, hat aber schon Eingang in die Konversationslexika gefunden, z.B. im Brockhaus von 1986: "interdisziplinäre Wissenschaft ... zur Erforschung der ländlichen Siedlungsentwicklung in der Wechselbeziehung von Art und Lage früher Siedlungen mit Böden, Flurformen und Nutzungsweise. Die Voraussetzungen sind in engräumigen natürlichen Siedlungskammern ... besonders günstig. Die Agrararchäologie bedient sich so unterschiedlicher Methoden wie der Luftbildarchäologie, Siedlungsausgrabungen und botanischer Untersuchungen von Kulturpflanzenresten".

Die Agrararchäologie ist damit eine Teildisziplin der Siedlungsarchäologie; neben der Erforschung der ländlichen Siedlungen römischer Zeit, zu denen vornehmlich die bekannten villae rusticae gehören, aber auch die noch wenig erforschten native farmsteads (50), wird dem Stadt-Lager-Land-Verhältnis mehr und mehr Beachtung geschenkt; denn in den erst genannten Siedlungen saßen die Konsumenten,
die von außen her versorgt werden mußten. So könnte man die oben, unter dem Stichwort 'Siedlungsarchäologie in zivilen Anlagen' aufgezählten Arbeiten von Czysz, Bernhard, Fischer, Moosbauer und anderen natürlich auch unter Agrararchäologie anführen. Die allmähliche Entstehung, die Blüte und der Untergang einer römerzeitlichen Agrarlandschaft wurden auch in den Niederlanden (51), Belgien und Nordfrankreich (52) studiert. So entschlossen wir uns, auf einem in Passau 1991 veranstalteten Kolloquium eine Synthese zu wagen. Die gemeinsam vom Lehrstuhl für Alte Geschichte und dem
Fach Archäologie der Römischen Provinzen eingeladenen Kolleginnen und Kollegen berichteten über ländliches Siedlungswesen und Landwirtschaft entlang der Rhein-Donau-Achse von England bis Rumänien; es waren ferner Naturwissenschaftler mit Vorträgen über Bodenkunde, Klimatologie, Archäobotanik und Archäozoologie vertreten; Althistoriker berichteten über schriftliche Quellen, das Stadt-Land-Verhältnis und Kolonensystem. Fast alle Beiträge wurden 1994 veröffentlicht (53).

Der eingangs erwähnte H. Jankuhn hat auch zur Agrargeschichte ein sehr wichtiges Werk verfaßt; sein 1969 herausgegebenes Buch 'Deutsche Agrargeschichte. Vor- und Frühgeschichte vom Neolithikum bis zur Völkerwanderungszeit' war die erste Synthese zum Thema in deutscher Sprache und behandelte auf knapp 18 Seiten die römische Epoche. Nicht wesentlich mehr Informationen enthält die 1979 von E. Ennen und W. Janssen herausgebrachte 'Deutsche Agrargeschichte, Vom Neolithikum bis zur Schwelle des Industriezeitalters', in der der römischen Kaiserzeit 15 Seiten zukommen. Nach dem immensen Zuwachs an neuen Grabungsergebnissen, die Hereinnahme der wichtigen Naturwissenschaften und nach negativen, abwertenden Urteilen über die römische Agrarwirtschaft (z.B. M. Finley, A.H.M. Jones) schien es nötig, eine zeitgemäßere Synthese zu wagen. Der Verlag E. Ulmer, der bereits 1969 den Band von H. Jankuhn herausgebracht bzw. die 'Deutsche Agrargeschichte' betreut hatte, entschloß sich anfangs der 90er Jahre, eine komplett neue 'Deutsche Agrargeschichte' herauszubringen. Der Band 3 'Vor- und Frühgeschichte' wurde jetzt zur Revision gegeben und dürfte im Laufe dieses Jahres erscheinen. Er enthält Beiträge von J. Lüning über das Neolithikum, von A. Jockenhövel über die Metallzeiten, von H. Bender über die römische Kaiserzeit innerhalb der Grenzen des Imperium Romanum und von T. Capelle, Die Frühgeschichte vom 1. bis 9. Jahrhundert n.Chr. ohne römische Provinzen (54).

Die Vernetzung der Untersuchungsergebnisse aus zivilen sowie militärischen Siedlungen und über das Verkehrsnetz erbringt nicht nur ein Gesamtbild der Siedlungsentwicklung, sondern zeigt auch kausale Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Siedlungsformen und Straßen auf. Unregelmäßigkeiten scheinen nur dort vorzuliegen, wo vorrömische (keltische) Siedlungsstrukturen die römischen durch die Präsenz autochthoner Bevölkerungsgruppen beeinflußt haben, wie z.B. in Teilen Niedergermaniens (55). M. Struck zeigt den Zusammenhang zwischen den Siedlungsgründungen im Isartal bei Landshut (Niederbayern) mit dem Bau der römischen Isartalstraße (56). Für Niedergermanien konnten ähnliche Beziehungen zwischen Gutshöfen und Straßen festgestellt werden (57). Viel zu wenig wurde in der Vergangenheit noch auf die Bedeutung der Nebenarme der großen Flußsysteme als Verkehrsfaktor eingegangen; gerade die Arbeiten von Eckoldt zeigen die Schiffbarkeit auch kleiner Flüsse (58). Überträgt man Eckoldts Thesen auf römische Villenstandorte, so scheinen viele neue verkehrsgeographische Zusammenhänge zwischen Gutshöfen und Zentralorten auf.

Th. Fischer arbeitete in seiner Studie eine enge zeitliche Beziehung zwischen der Anlage der Gutshöfe im Regensburger Umland zur Gründung des dortigen Legionslagers in der Altstadt, zu Anlage und Zerstörung des Auxiliarlagers in Kumpfmühl während der Markomannenkriege, zu den canabae und vici und anderen Siedlungen dörflichen Charakters heraus (59). G. Moosbauer (60) stellte bemerkenswert Gegenläufiges, aber auch Gleichläufiges fest und eine im Gegensatz zum Regensburger Umland regional bis in die Spätantike gehende Besiedlung. Während im Regensburger Umland die meisten Siedlungen nach Anlage des dortigen Legionslagers um die Wende vom 2. zum 3. Jahrhundert entstanden sind, kann im Hinterland der im ausgehenden ersten bis beginnenden zweiten Jahrhundert in voller Stärke ausgebauten Lager von Straubing, Steinkirchen, Moos-Burgstall, Künzing und Passau die Existenz der meisten Villenstandorte bereits in der ersten Hälfte oder um die Mitte des zweiten Jahrhunderts nachgewiesen werden. Es zeigen sich unter Einbeziehung von Fischers und Strucks Arbeiten ganz unterschiedliche Entwicklungen in den verschiedenen ostraetischen Mikroregionen, die unter Berücksichtigung der Naturlandschaft, des Verkehrsnetzes oder naher Zentralorte voneinander abzugrenzen sind (61). Eine Interpretation der Siedellandschaft kann deshalb nur unter Ausgrenzung pauschalisierender Aussagen mit Blick auf die Mikroregionen einer Landschaft unter genauer antiquarischer und methodischer Analyse des vorhandenen Materials vorgenommen werden.

Damit rückt eine weitere Komponente agrararchäologischer Betrachtungen in den Vordergrund, die Analyse der Überlieferungs- sowie Auffindungsverhältnisse und der Erhaltungsbedingungen für die sachlichen Quellen. Diese in Deutschland noch sehr junge Disziplin, die am besten mit der Bezeichnung "theoretische Archäologie" zu beschreiben ist, hat ihre Vorläufer im angelsächsischen Raum (62). Auch fanden bereits Konferenzen zu diesem Themenkreis in Frankreich statt (63). Diese Disziplin ist eng mit der Kulturlandschaftsentwicklung oder Umweltarchäologie verbunden, da Umwelteinflüsse wie Bodenerosion stark den Erhaltungszustand der archäologischen Quellen beeinflussen können (64). Als grundlegend kann ein von Haselgrove, Millett und Smith herausgegebener Band betrachtet werden, in dem eine praktisch verwertbare Terminologie zum Thema erarbeitet wird (65). Diese Terminologie ist unbedingt notwendig, um mit der gebotenen Distanz kritisch den siedlungsarchäologischen Quellen (Befunden, Funden) gegenüberzustehen. Im Zentrum der Betrachtungen steht die Herausarbeitung des Unterschieds zwischen ursprünglich tatsächlich vorhandenen und dem Archäologen zur Interpretation vorliegenden Quellen sowie die Beschreibung der Ursachen, die zum Verlust von Quellen am Fundplatz durch Umweltfaktoren oder durch die Bergungsbedingungen führen. Gute praktische Beispiele für die Vorgehensweise bei Prospektionen, aber auch für Interpretationsmöglichkeiten werden ebenfalls von angelsächsischen Projektgruppen gegeben (66). Die Übertragung dieser methodischen Ansätze auf die Interpretation der Siedlungsentwicklung einer Landschaft führt zu einer wesentlich vorsichtigeren und damit differenzierten Betrachtungsweise.

Es ist außerordentlich bedauerlich, daß das "Handbuch zur Siedlungsgeschichte Mitteleuropas", das seit 1980 in Planung war und maßgeblich von dem historischen Geographen K. Fehn in Bonn initiiert und herausgegeben werden sollte, an Terminschwierigkeiten, unzuverlässigen Mitarbeitern und zu vielen Autoren gescheitert ist. Der Band Vor- und Frühgeschichte liegt in Manuskriptform in größeren Teilen vor; es ist zu hoffen, daß wenigstens er als Sonderpublikation einmal erscheinen kann (67). Wesentliche Beiträger an diesem Band sind Mitglieder des Arbeitskreises für Genetische Siedlungsforschung in Mitteleuropa, in dem Historiker, Geographen und Archäologen in jährlich abgehaltenen Tagungen interdisziplinär Vorträge abhalten und in der Zeitschrift Siedlungsforschung (68) regelmäßig publizieren.

Umweltarchäologie

Dieser Begriff ist ebenfalls lexikabel geworden. Er taucht im Brockhaus von 1993 auf und wird dort in Verbindung mit der englischen, schon wesentlich länger etablierten environmental archaeology ziemlich treffend erklärt (69): "...ein Forschungsbereich der Vor- und Frühgeschichte, dessen Ziel die Erschließung von Landschaft und Umwelt der vorgeschichtlichen Epochen ist. Die Umweltarchäologie ist aus der Verbindung archäologischer, geographischer und naturwissenschaftlicher Forschungen hervorgegangen. ... Neben den naturbedingten Einflüssen auf die Umwelt (Klimaschwankungen, Naturkatastrophen) sind die kulturbedingten Einwirkungen Forschungsschwerpunkt der Umweltarchäologie. ... Die zu Beginn der Jungsteinzeit auftretenden grundlegenden wirtschaftlichen Veränderungen werden von der Umweltarchäologie in bezug auf die stärkeren Auswirkungen der Ökonomie auf die Landschaft untersucht. Garten- und Ackerbau, Rodung, Bewässerung und Weidewirtschaft sind Phänomene, die von der Agrararchäologie (Siedlungsarchäologie) bereits seit Jahrzehnten im Hinblick auf die Instabilität der Umwelt erforscht werden." Es ist offensichtlich, daß die Forschungsdisziplin Umweltarchäologie hier weniger negative Erscheinungen aufzuzeigen versucht, sondern mehr als ganzheitliche Erforschung früher Umwelten verstanden wird. Naturwissenschaftliche Nachweise von Umweltbelastung, etwa in der Form von Metallelementen, sind möglich und können von der Römischen Epoche an erkannt werden (70). Es ist aber für die nordwestlichen Provinzen im Gegensatz zu bestimmten Regionen des Mittelmeeres nicht möglich zu sagen, ob das als Belastung empfunden wurde. Standortwechsel römischer Siedlungen wegen Umweltbelastung sind archäologisch kaum nachzuweisen. Die Siedlungen dieser Zeit sind aber wesentlich ortskonstanter als während der vorhergehenden Epochen mit Subsistenzwirtschaft. G. Kossack (71) hat das in einem kürzlich erschienenen Beitrag sehr schön beschrieben.

Diese schnelle Etablierung einer Forschungsdisziplin, deren ganzheitlicher Aspekt deutlich scheint, ist bemerkenswert. Das war 1987, als der Arbeitskreis für Genetische Siedlungsforschung in Mitteleuropa seine Jahrestagung in Würzburg abhielt, noch relativ neu. Der damals gehaltene Vortrag mit dem Titel 'Historische Umweltforschung aus der Sicht der provinzialrömischen Archäologie', erschienen 1988, inzwischen auch in englischer Fassung vorliegend (72), versuchte auf drei verschiedenen Ebenen, das Thema für die römische Antike anzugehen: Luftverunreinigung, Wasserverschmutzung, Lärmerzeugung, Abfallanhäufung, Verbrauch oder Zerstörung von Natur und Landschaft, also Negatives als erstes, Rekonstruktion früher Umwelten zweitens und an dritter Stelle schließlich durch die Betrachtung eines Mosaiks aus Nordafrika das Verhältnis des Römers zu seiner Umwelt. Seitdem sind zehn Jahre vergangen und Publikationen zu Umweltproblemen in der griechisch-römischen Antike sind, vor allem im englischsprachigen Raum, seither in solcher Menge erschienen, daß es schwer fällt, den Überblick zu bewahren: angefangen von dem reißerisch aufgemachten Band von K.-W. Weeber (73) über eine Neuauflage des Buches von J.D. Hughes (74) bis zu der schönen Publikation von G.E. Thüry (75).

Bei vielen Publikationen (76) kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß im Hinblick auf ein aktuelles Thema die schon immer vorhandenen antiken Quellen, ob nun Texte oder Abbildungen, wieder einmal abgeklopft, letztlich jedoch nur negative Aspekte dargestellt werden (77). Dabei wird dem Nicht-Spezialisten, vor allem im deutschsprachigen Raum, gerne unterschlagen, daß die Naturwissenschaften zur Untersuchung der natur- und kulturbedingten Einwirkungen des Menschen auf seine Umwelt in den nordwestlichen Provinzen des Imperium Romanum laufend ganz entscheidende Kriterien zur Verfügung stellen. Vielleicht wird das schöne Buch von H. Küster (78) bei der interessierten Öffentlichkeit ein Umdenken einleiten.

An neuen Versuchen, in den Mittelmeerländern die Umwelt während der griechisch-römischen Antike zu rekonstruieren, ist kein Mangel. Dieser Zweig der Physischen Geographie wird mit Geoarchäologie (79) bezeichnet; er ist leider im deutschsprachigen Raum unter den Archäologen noch wenig bekannt, obwohl z.B. mit den österreichischen Ausgrabungen in Ephesos und den deutschen in Milet Projekte zur Erforschung des "Landschaftswandels im Spiegel geologischer und archäologischer Zeugnisse" durchgeführt werden. H. Brückner, den wir hier zitieren, hat in dem von J. Martin herausgegebenen prachtvollen Band 'Das Alte Rom (1994)' "Das Mittelmeergebiet als Naturraum" (80) beschrieben. Die englische und französische Fachliteratur ist wesentlich reicher an Beiträgen, z.B.: G. Barker und J. Lloyd, Roman Landscapes. Archaeological Survey in the Mediterranean Region, London 1991; G. Barker, Mediterranean Landscapes Change, Leicester 1995; ferner die Namen J. Bintcliff, L.J. Chapman, G. Shipley, J. Salmon, die Franzosen P. Leveau, P. Silliere, J.-P. Vallot. Vor allem italienische Forscher, aber auch solche aus Spanien und den USA haben breit angelegte Begehungsprogramme durchgeführt (81). In Deutschland beschäftigt sich offenbar nur der Klassische Archäologe H. Lohmann mit dieser Thematik (82).

Die Erforschung des antiken Ökosystems und seiner Änderungen ist weniger eine Sache der klassischen Befund- und Fundanalyse in einer sonst starr oder gleichbleibenden Umwelt; diese ändert sich, weniger natur- denn anthropogen bedingt, laufend; Anzeiger für diese Faktoren können kaum archäologische Funde im herkömmlichen Sinne sein, sondern so unscheinbare Dinge wie Käferreste, Schnecken und Nagetiere, Pollen von Pflanzen usw., also die Fauna und Flora einer Mikroregion, die hervorragende lokale Umweltindikatoren sind. Aufgrund des gemäßigten Klimas in unseren Breitengraden haben sich alle diese Indikatoren hervorragend erhalten und es erlaubt, ganz bemerkenswerte Fortschritte in der Rekonstruktion der antiken Natur- und Kulturlandschaft in den nordwestlichen Provinzen zu erzielen (83).

Schließlich noch etwas zum Begriff Kulturlandschaftsforschung (84). Kulturlandschaftsrelikte haben sich kaum in stark zersiedelten, industrialisierten und agrarwirtschaftlich dauernd genutzten Arealen erhalten; sie sind heute meist nur noch dort zu finden, wo sie unter Wald geschützt waren oder vom Menschen wenig genutzt oder nicht dauernd betreten werden konnten. Letzteres ist öfters entlang von Staatsgrenzen der Fall, war sogar bis zum Ende des Eisernen Vorhanges in extremer Weise entlang unserer östlichen Grenze erzwungen. Der Wert der dort erhaltenen Kulturlandschaftsrelikte wurde erst in den letzten Jahren erkannt; in der Form eines hoffentlich sanften Tourismus wird an vielen solcher Gunststellen versucht, dem aktiven, wandernden Besucher Geschichte in der Landschaft und menschliches Einwirken auf diese so gewordene Umwelt begreifbar zu machen, also Abkehr vom statischen Museum und von toten Funden in Vitrinen. Das ist vom Gedanken her ganz ähnlich wie Stadtrundgang oder Stadtführung in historischen Altstädten mit vielen bedeutenden Baudenkmälern. Im Bereich der Mittelmeerländer ist die historische Landschaft schon längst in Wert gesetzt worden, warum also nicht auch hier in Deutschland, wo vieles vor der eigenen Haustür erfahren werden kann!

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Anmerkungen

  1. Jankuhn 7 subsumiert unter Siedlungsgeographie die Physio- und Anthropogeographie. Es ist hier nicht der Platz, die verschiedenen Teildisziplinen der Geographie zu umschreiben; für die Archäologie ist sie jedenfalls eine wichtige Ergänzungsdisziplin und wird neuerdings als Geoarchäologie bezeichnet (vgl. unten).
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  2. Flurrelikte aus dem römischen Deutschland sind häufiger als gemeinhin bekannt, z.B. in Walddistrikten. Es wird freilich öfters unter antiken Flurformen fälschlicherweise nur die Centuriation/Limitation verstanden; solche sind tatsächlich noch nirgends mit Sicherheit in den nordwestlichen Provinzen nachgewiesen worden. Literatur: U. Heimberg, Römische Flur und Flurvermessung, in: H. Beck u.a. (Hrsg.), Untersuchungen zur eisenzeitlichen und frühmittelalterlichen Flur in Mitteleuropa und ihrer Nutzung. Abh. der Akad. d. Wiss. Göttingen, Phil.-Hist. Kl., Dritte Folge Nr. 115, Göttingen 1979, 141 ff.; G. Diepolder, Ortsgeschichtliche, siedlungs- und flurgenetische Beobachtungen im Raum Aschheim. Aschheim im frühen Mittelalter II. Münchner Beitr. zur Vor- u. Frühgesch 32, München 1988; W. Czysz, Das Umland von Augsburg in der römischen Kaiserzeit, in: W. Pötzl/O. Schneider (Hrsg.), Vor- und Frühgeschichte, Archäologie einer Landschaft. Der Landkreis Augsburg Bd. 2, Augsburg 1996, 203 ff.; Forschung bis 1990 behandelnd Ph. v. Cranach, Ein Beitrag zur Limitationsforschung in der Schweiz, in: Jahrb. Schweiz. Ges. f. Ur- u. Frühgesch. 73, 1990, 113 ff.
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  3. Zusammenfassend zur römischen Zeit J. Peters, Römische Tierhaltung und Tierzucht. Eine Synthese aus archäozoologischer Untersuchung und schriftlich-bildlicher Überlieferung. Habil.-Schr. Universität München 1995, vorgesehen für "Passauer Universitätsschriften zur Archäologie".
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  4. Für Süddeutschland H. Küster, Postglaziale Vegetationsgeschichte Südbayerns. Geobotanische Studien zur Prähistorischen Landschaftskunde, Berlin 1995 (Römerzeit 136-243 Listen der Pflanzenfunde zur Ackerbaugeschichte der Römerzeit).
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  5. Hervorragendes Informationsmittel H. Becker (Hrsg.), Archäologische Prospektion. Luftbildarchäologie und Geophysik. Arbeitsh. d. Bayer. Landesamts f. Denkmalpflege 59, München 1996.
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  6. Die mit Recht bekannten "Die Römer in ..."-Bände (Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Schweiz) sind hier vor allem zu nennen. Ein neuer Gesamtüberblick über das römische Deutschland fehlt, vgl. immer noch W. Hilgers, Deutsche Frühzeit. Geschichte des römischen Germanien (1976); R. Fellmann, Die Archäologie der römischen Provinzen, in: F. Graf (Hrsg.), Einleitung in die lateinische Philologie, Stuttgart und Leipzig 1997, Kap IX, 2, 655 ff.; H.U. Nuber, Provinzialrömische Archäologie an deutschen Universitäten, in: W. Czysz, C.-M. Hüssen u.a. (Hrsg.), Provinzialröm. Forsch. Festschr. f. G. Ulbert z. 65. Geburtstag, Espelkamp 1995, 397 ff.
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  7. W. Gaitzsch hat sich ausführlich in verschiedenen Berichten dazu geäußert; ders., Der römische Gutshof im "Gewährhau" bei Niederzier - Modell einer Landsiedlung in der Germania inferior, in: H. Hellenkemper, H.G. Horn u.a. (Hrsg.), Geschichte im Herzen Europas. Archäologie in Nordrhein-Westfalen, Mainz 1990, 235 ff.; ders., Römische Hof- und Wirtschaftsräume im Rheinischen Braunkohleabbau am Beispiel des Hambacher Forstes, in: Veröff. des Mus. für Ur- u. Frühgesch. Potsdam 25, 1991, 125 ff.; allgemein: B. Beyer (Hrsg.), Archäologie in den Braunkohlerevieren Mitteleuropas. Materialien z. Bodendenkmalpflege im Rheinland 6, Köln 1996.
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  8. Die im Römisch-Germanischen Museum in Köln gezeigten Ausstellungen zur Archäologie Nordrhein-Westfalens samt den dazu herausgebrachten Katalogen vermitteln einen ersten guten Überblick, z.B. H. Hellenkemper, H.G. Horn u.a. (Hrsg.), Geschichte im Herzen Europas. Archäologie in Nordrhein-Westfalen, Mainz 1990 (Xanten, Köln 58-74, röm. Zeit 168-270); dies., Archäologie in Nordrhein-Westfalen. Ein Land macht Geschichte, Mainz 1995 (Xanten, Köln 67-78, röm. Zeit 203-282). Da Archäologen überregional arbeiten und auch nach EU-Finanzmitteln Ausschau halten müssen, kam es 1992 zu der Euregio-Ausstellung in Aachen, Lüttich, Brüssel, Maastricht und Luxemburg, zu der auch ein informativer Katalog erschienen ist: Spurensicherung. Archäologische Denkmalpflege in der Euregio Maas-Rhein. Kunst u. Altertum am Rhein, Führer des Rhein. Landesmus. Bonn 136, Mainz 1992.
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  9. Vgl. H.G. Horn (Hrsg.), Die Römer in Nordrhein-Westfalen, Stuttgart 1987 (mit Einzelnachweisen).
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  10. H. Bayer, Die ländliche Besiedlung Rheinhessens und seiner Randgebiete in römischer Zeit, in: Mainzer Zeitschr. 62, 1967, 124 ff.
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  11. G. Schell, Die römische Besiedlung von Rheingau und Wetterau. Eine historisch-geographische Untersuchung, in: Nassauische Ann. 75, 1964, 1 ff.
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  12. W. Czysz, Situationstypen römischer Gutshöfe im Nördlinger Ries, in: Zeitschr. des Histor. Ver. Schwaben 72, 1978, 70 ff.
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  13. H. Bernhard, Beiträge zur römischen Besiedlung im Hinterland von Speyer, in: Mitt. des Histor. Ver. der Pfalz 73, 1976, 37 ff.
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  14. Th. Fischer, Das Umland des römischen Regensburg. Münchner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 42. München 1990; M. Struck, Römische Grabfunde und Siedlungen im Isartal bei Ergolding, Landkreis Landshut. Materialh. Bayer. Vorgesch. A 71, Kallmünz 1996.
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  15. K.H. Lenz, Siedlungen der römischen Kaiserzeit auf der Aldenhovener Platte (Jülischer Börde), in: Arch. Inf. 17/2, 1994, 247.
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  16. St. Pfahl und M. Reuter, Waffen aus römischen Einzelsiedlungen rechts des Rheins. Ein Beitrag zum Verhältnis von Militär und Zivilbevölkerung im Limeshinterland, in: Germania 74, 1996, 119ff.
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  17. R. Fellmann in: W. Drack und ders., Die Römer in der Schweiz, Stuttgart und Jena 1988, 101 ff.
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  18. Zum Gesamtkomplex K. Dietz und Th. Fischer, Die Römer in Regensburg, Regensburg 1996.
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  19. Publikation in den "Passauer Universitätsschriften zur Archäologie" vorgesehen.
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  20. K.A. Heinzl (Hrsg.), Die Römer am unteren Inn. Zur Geschichte einer Kulturlandschaft, Altheim-Wien 1996. Nur selten überschreiten siedlungsarchäologische Arbeiten moderne Verwaltungs- oder gar politische Grenzen. Man sollte sich immer bemühen, den Gesamtaspekt zu bearbeiten (vgl. folgende Anm.).
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  21. R. Talbert, Journal of Roman Archaeology 5, 1992, 5 ff.; K. Fehn, Bl. für dt. Landesgesch. 127, 1991, 19 ff. (für Mitteleuropa: Territorialatlanten).
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  22. Die mehr als 60 Compilers gehören überwiegend dem englisch-amerikanischen Bereich an; nur 15 kommen vom Kontinent oder aus nichteuropäischen Ländern. Bisher konnten die Termine eingehalten werden, und die Blätter samt map-by-map directory sind bereits in der Produktionsphase.
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  23. Tabula Imperii Romani: Hoja K 29: Porto: Conimbriga-Bracara-Lucus-Asturica, Madrid 1991; Tabula Imperii Romani: Iudaea-Palaestina, Maps and Gazeteer, Y. Tsafrir, L. Di Segni, J. Green (Hrsg.), Jerusalem 1994. Hoja K30: Madrid: Caesaraugusta-Clunia (1993); auf TIR Hoja J29: Lisboa: Emerita-Scallabis - Pax Iulia-Gades (1995) mit spanischen und portugiesischen Teilen sind die Eintragungen nun komplett. Das von Griechenland herausgegebene Blatt TIR K35, I: Philippi (1993) beinhaltet nur Eintragungen betreffend dieses Land.
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  24. Der rein nationale Bezug der Bearbeiter scheint ein bedeutender Hindernisgrund. Es ist zu hoffen, daß es dem neuen Koordinator P. Sommella gelingt, diese Schwierigkeiten zu überwinden. Das bereits 1940 erschienene Blatt der Tabula Imperii Romani: M 32 Mogontiacum soll nun in Passau neu bearbeitet werden.
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  25. Mit dem Begriff Tiefgaragen in römisch-mittelalterlichen Siedlungskernen ist das Problem angesprochen. Das größte Projekt dieser Art dürfte derzeit der Heumarkt in Köln sein.
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  26. Übersicht etwa H.-J. Schalles und H. von Hesberg und P. Zanker, Die römische Stadt im 2. Jahrhundert n. Chr. Der Funktionswandel des öffentlichen Raumes. Xantener Ber. 2, Köln 1992; H.-P. Kuhnen, Max Weber - die römische Stadt und die Provinzialrömische Archäologie. Archäologische Anmerkungen zur Diskussion um die antike Stadt, in: W. Czysz und C.-M. Hüssen u.a. (Hrsg.), Provinzialröm. Forsch. Festschr. f. G. Ulbert z. 65. Geburtstag, Espelkamp 1995, 253 ff.
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  27. Laufend Jahresber. Augst u. Kaiseraugst 1, 1980 ff., bes. 9, 1988 ff.; Forschungen in Augst 1, 1977 ff. Die neue Reihe Xantener Berichte 1, 1992 ff.
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  28. Als neuer Führer zu den militärischen Anlagen entlang der Donau ist zu nennen: H. Friesinger und F. Krinzinger (Hrsg.), Der römische Limes in Österreich, Wien 1997. Überblick über Ovilava-Wels: R. Miglbauer, Ostbair. Grenzmarken 38, 1996, 9 ff.
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  29. Seit die Magdalensberg-Grabungsberichte (zuletzt 15, 1986) nicht mehr erschienen sind, laufende Berichte in Carinthia I, z.B. 185, 1995, 145 ff. In den Archäolog. Forsch. zu den Grabungen auf dem Magdalensberg (zuletzt 13, 1997) werden wichtige Fundgruppen vorgelegt. F. Glaser, Das frühchristliche Pilgerheiligtum auf dem Hemmaberg. Aus Forschung u. Kunst 26, Klagenfurt 1991. Im Überblick zu Rätien und Norikum: E. Boshof und H. Wolff (Hrsg.), Das Christentum im bairischen Raum, Von den Anfängen bis zum 11. Jahrhundert. Passauer Hist. Forsch. 8, Köln-Weimar-Wien 1994. P. Scherrer, Grabbau - Wohnbau - Turmburg - Praetorium. Angeblich römerzeitliche Sakralbauten und behauptete heidnisch-christliche Kultkontinuitäten in Noricum. Österreich. Archäolog. Institut, Berichte und Materialien 4, Wien 1992.
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  30. P. Scherrer (Hrsg.), Landeshauptstadt St. Pölten - Archäologische Bausteine. Österreich. Archäolog. Institut, Sonderschr. 22, Wien 1991; ders., Band II, ebd. 23 (1994); St. Groh, Die Insula XLI von Flavia Solva. Ergebnisse der Grabungen 1959 und 1989 bis 1992. Österreich. Archäolog. Institut, Sonderschr. 28, Wien 1996.
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  31. Stadtplananalyse durch O. Harl, Jahrb. Röm. Germ. Zentralmus. 36, 1989, 521 ff. Durch Bearbeitungen der Funde vom Magdalensberg und aus Virunum wird es in der Zukunft möglich sein, archäologisch genauer festzulegen, wie das zeitliche Verhältnis beider Siedlungen ist. Die Anlagen auf dem Berg werden ziemlich abrupt um 45 n.Chr. geräumt.
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  32. H. von Petrikovits, Kleinstädte und nichtstädtische Siedlungen im Nordwesten des römischen Reiches, in: H. Jankuhn u.a. (Hrsg.), Das Dorf der Eisenzeit und des frühen Mittelalters. Siedlungsform - wirtschaftliche Funktion - soziale Struktur. Abh. der Akad. d. Wiss. Göttingen. Phil.-Hist. Kl., Dritte Folge Nr. 101, Göttingen 1977, 86 ff.
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  33. J.-P. Petit und M. Mangin, Les agglomérations secondaires: La Gaule belgique, les Germanies et l'Occident romain, Bd. 1; Atlas des agglomérations secondaires de la Gaule belgique et des Germanies, Bd. 2, Bliesbruck-Reinheim 1995.
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  34. H. Kaiser und C.S. Sommer, Lopodunum I. Die römischen Befunde der Ausgrabungen an der Kellerei in Ladenburg 1981-1985 und 1990. Forsch. u. Ber. z. Vor- u. Frühgesch. in Baden-Württemberg 50, Stuttgart 1994.
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  35. L. Bakker in: W. Czysz und K. Dietz u.a., Die Römer in Bayern, Stuttgart 1995, 419 ff.; laufend Berichte in: Das Archäolog. Jahr in Bayern 1980 ff., zuletzt 1996, 119 ff. (L. Bakker).
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  36. G. Weber in: W. Czysz und K. Dietz u.a., Die Römer in Bayern, Stuttgart 1995, 463 ff.
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  37. Ph. Filtzinger, Arae Flaviae. Das römische Rottweil. Schr. d. Limesmus. Aalen 49, Stuttgart-Aalen 1995.
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  38. Ber. Röm. Germ. Kommission 73, 1992, 269 ff.
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  39. Die Grabungen im Vicus von Vitudurum (Schweiz) in den Jahren 1977-1982 sind in einer Reihe von Publikationen vorzüglich vorgelegt: Beiträge zum römischen Vitudurum-Oberwinterthur 1, 1984 ff., zuletzt 7, 1997; eine Übersicht über den Vorort der Civitas Taunensium: I. Huld-Zetsche, Nida. Eine römische Stadt in Frankfurt am Main. Schr. d. Limesmus. Aalen 48, Stuttgart-Aalen 1994.
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  40. Zwei Beiträge im Band H.J. Schalles (wie Anm. 26): J. Kunow, Zentralität und Urbanität in der Germania inferior des 2. Jahrhunderts n.Chr., 143 ff. und M. Gechter, Das städtische Umland in Niedergermanien im 2. Jahrhundert n.Chr., 153 ff.
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  41. E.M. Wightman, Gallia Belgica, London 1985. Zum Städtewesen in der nordöstlichen und östlichen Belgica vgl. E. Frézouls (Hrsg.), Les villes antiques de la France I: Belgique 1: Amiens-Beauvais-Grand Metz, Strasbourg 1982; ders., ebd. II: Germanie Supérieure 1: Besançon-Dijon-Langres-Mandeure, Strasbourg 1988.
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  42. H. Cüppers in: ders., (Hrsg.), Die Römer in Rheinland-Pfalz, Stuttgart 1990, 577 ff.
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  43. Kaiser und Sommer (wie Anm. 34) 380 ff.
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  44. Fundber. Baden-Württemberg 13, 1988, 457 ff.
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  45. Archäologie in Deutschland, Sonderh. 1992: Der römische Limes in Deutschland, Stuttgart 1992; D. Braun und Th. Fischer und J. Garbsch, Der römische Limes in Bayern. Ausstellungskataloge d. Prähist. Staatsslg. München 22, München 1992; D. Baatz, Der römische Limes. Archäologische Ausflüge zwischen Rhein und Donau, Berlin 31993.
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  46. Die Untersuchungen von 1980-1982 in Ellingen (Mittelfranken) sind publiziert: W. Zanier, Das römische Kastell Ellingen. Limesforsch. 23, Mainz 1992.
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  47. Literatur zu 'Sinn und Unsinn' von Rekonstruktionen, Wiederaufbauten und Konservierungen römischer Bausubstanz ist zahlreich: G. Ulbert und G. Weber (Hrsg.), Konservierte Geschichte? Antike Bauten und ihre Erhaltung, Stuttgart 1985; Verband der Landesarchäologen in Deutschland (Hrsg.), Sinn und Unsinn archäologischer Restaurierungen und Rekonstruktionen, Stuttgart 1991; H. Schmidt, Wiederaufbau. Denkmalpfl. an archäolog. Stätten 2, Stuttgart 1993.
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  48. J. Kunow, Archäolog. Korrespondenzbl. 18, 1988, 55 ff.; ders., ebd. 19, 1989, 377 ff.; vgl. Anm. 40.
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  49. B. Pferdehirt, Das Museum für antike Schiffahrt 1, Mainz 1995; O. Höckmann, Antike Schiffsfunde aus der Donau, in: Deutsche Ges. z. Förderung d. Unterwasserarchäologie e.V. (Hrsg.), In Poseidons Reich. Archäologie unter Wasser. Zaberns Bildbände zur Archäologie 23, Mainz 1995, 82 ff.
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  50. Die Erforschung der außerhalb des römischen Agrarsystems, teilweise in Subsistenzwirtschaft lebenden Bevölkerung hat in England eine lange Tradition, steckt aber z.B. in Deutschland noch in den Anfängen, weil die Grabungsbedingungen bei diesen Strukturen (Holz, Fachwerk, kaum Stein) schwierig sind; vgl. etwa Wightman (wie Anm. 41), 115 ff.
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  51. J.H.F. Bloemers, Rijswijk (Z.H.), De Bult. Eine Siedlung der Cananefaten. Nederlandse Oudheden 8, Amersfoort 1978; W.J.H. Willems, Romans and Batavians. A Regional study in the Dutch Eastern River Area I. Ber. ROB 31, 1981, 7 ff.; ders., ebd. II 34, 1984, 39 ff.
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  52. R. Brulet, La Gaule septentrionale au Bas-Empire. Occupation du sol et défense du territoire dans l'arrière pays du Limes aux IVe et Ve siècles. Trierer Zeitschr. Beih. 11, Trier 1990; P. Van Ossel, Etablissements ruraux de l'Antiquité tardive dans le nord de la Gaule. 51e suppl. à Gallia, Paris 1992.
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  53. H. Bender und H. Wolff (Hrsg.), Ländliche Besiedlung und Landwirtschaft in den Rhein-Donau-Provinzen des Römischen Reiches. Passauer Universitätsschr. z. Archäologie 2, Espelkamp 1994.
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  54. Von dem durch F.-W. Henning herausgegebenen Werk sind bisher erschienen: W. Achilles, Deutsche Agrargeschichte im Zeitalter der Reformen und der Industrialisierung, Stuttgart 1993; F.-W. Henning, Deutsche Agrargeschichte des Mittelalters 9. bis 15. Jahrhundert, Stuttgart 1994; ders., diese Zeitschr. 1994, 17 ff.
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  55. Bridger konnte Unterschiede in der Wirtschaftsform im Norden der Kempener Lehmplatte im Vergleich zum Süden herausarbeiten, die er auf die unterschiedliche Vorbesiedlung zurückführt: C. Bridger, Die römerzeitliche Besiedlung der Kempener Lehmplatte, in: Bonner Jahrbücher 194, 1994, 61 ff., bes. 89 ff. Vgl. auch W.J.H. Willems, Romans and Batavians. wie Anm. 51.
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  56. M. Struck, wie Anm. 14, 152 ff.
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  57. W. Gaitzsch, Römische Siedlungsplätze im Verlauf der antiken Straße von Köln nach Jülich, in: Archäologie in den Rheinischen Lößbörden. Beiträge zur Siedlungsgeschichte im Rheinland. Köln 1983, 347 ff.; J. Kunow, Strukturen im Raum: Geographische Gesetzmäßigkeiten und archäologische Befunde aus Niedergermanien, im: Archäolog. Korrespondenzbl. 19, 1989, 377 ff.
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  58. M. Eckoldt, Schiffahrt auf kleinen Flüssen Mitteleuropas in Römerzeit und Mittelalter. Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums 14, Oldenburg, Hamburg, München 1980.
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  59. Th. Fischer, wie Anm. 14.
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  60. G. Moosbauer wie Anm. 19.
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  61. Moosbauer kann unterschiedliche Siedlungsabläufe im Hinterland der Lager- und Lagerdörfer von Regensburg, Straubing, Künzing und Passau aufzeigen, die in enger Verbindung zur Entwicklung dieser Orte gesehen werden müssen.
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  62. Z.B. J. Rossignol und L.A. Wandsnider (Hrsg.), Space, Time and Archaeological Landscapes. Interdisciplinary Contributions to Archaeology, New York 1992; A.J. Schofield (Hrsg.), Interpreting Artefact Scatters: Contributions to Ploughzone Archaeology. Oxbow Monograph 4, Oxbow 1991.
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  63. A. Ferdière und E. Zadora-Rio (Hrsg.), La prospection archéologique. Paysage et peuplement. Documents d'Archéologie Française 3, Paris 1986.
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  64. M. Bell und J. Boardman (Hrsg.), Past and Present Soil Erosion. Archaeological and Geographical Perspectives. Oxbow Monograph 22, Oxbow 1992.
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  65. C. Haselgrove und M. Millett und I. Smith (Hrsg.), Archaeology from The Ploughsoil. Studies in the Collection and Interpretation of Field Survey Data, Sheffield 1985.
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  66. G. Barker, A Mediterranean Valley, Landscape Archaeology and Annales History in the Biferno Valley, London, New York 1995; vgl. die Beiträge in J.F. Cherry und C. Gamble und St. Shennan (Hrsg.), Sampling in Contemporary British Archaeology. BAR British Series 50, Oxford 1978; J.F. Cherry und J.L. Davies und E. Mantzourani (Hrsg.), Landscape Archaeology as Long-Term History. Northern Keos in the Cycladic Islands from Earliest Settlement until Modern Times, Los Angeles 1991; V. Gaffney und M. Tingle, The Maddle Farm Project. An Integrated Survey of Prehistoric and Roman Landscapes on the Berkshire Downs. BAR British Series 200, Oxford 1989; St. Shennan, Experiments in the Collection and Analysis of Archaeological Survey Data: The East Hampshire Survey, Sheffield 1985.
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  67. W. Janssen, Würzburg, hat wesentliche Teile verfaßt und wird den Band zus. mit G. Kossack herausgeben.
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  68. Siedlungsforschung. Archäologie-Geschichte-Geographie 1, 1983 ff.
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  69. Brockhaus Enzyklopädie 19, Bd. 22, Mannheim 1993, 602.
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  70. H. Küster und R. Kaa und K.-E. Rehfuess, Torfchemische Untersuchungen am Auerberg, in: H. Küster, Vom Werden einer Kulturlandschaft. Quellen u. Forsch. z. Prähist. u. Provinzialröm. Archäologie 3, Weinheim 1988, 165 ff.
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  71. G. Kossack, Siedlungsforschung 13, 1995, 45.
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  72. H. Bender, Siedlungsforschung 6, 1988, 81 ff. Ders., Historical environmental research from the viewpoint of provincial Roman archaeology, in: B. Frenzel (Hrsg.), Evaluation of land surfaces cleared from forests in the Mediterranean region during the time of the Roman empire, Paläoklimaforsch. 10, Stuttgart, Jena, New York 1994, 145 ff. Weitere Bände in dieser Reihe ESF Project, European Palaeoclimate and Man 1, 1991 ff. (B. Frenzel, Hrsg.) tragen eine Menge Daten zum Thema der anthropogenen Einflüsse auf das Klima zusammen.
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  73. Smog über Attika. Umweltverhalten im Altertum, Zürich, München 1990.
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  74. Pan's Travail. Environmental Problems of the Ancient Greeks and Romans, Baltimore, London 1994.
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  75. Die Wurzeln unserer Umweltkrise und die griechisch-römische Antike, Salzburg 1995.
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  76. L. Macinnes und R. Wickham-Jones (Hrsg.), All Natural Things. Archaeology and the Green Debate. Oxbow Monograph 21, Oxford 1992; M. Beagan, Roman Nature. The Thought of Pliny the Elder, Oxford Class. Monographs, Oxford 1992.
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  77. Eine gute Zusammenstellung bestimmter Aspekte bringt H. Grassl, Sozialökonomische Vorstellungen in kaiserzeitlicher griechischer Literatur (1.-3. Jh. n.Chr.), Historia Einzelschr. 41, Wiesbaden 1982, 8 ff., 91 ff.
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  78. Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa, München 1995.
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  79. H. Brückner, Geoarchäologie an der türkischen Ägäisküste, in: Geographische Rundschau 48, 1996, 568 ff.
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  80. J. Martin (Hrsg.), Das Alte Rom. Geschichte und Kultur des Imperium Romanum, Gütersloh 1994, 13 ff.
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  81. C. Renfrew und P. Bahn, Archaeology. Theories, Methods and Practice, London 21996: Kapitel 6 Environmental archaeology 211 ff.
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  82. H. Lohmann in einer Besprechung des Bandes 'Roman Landscapes' in Germania 74, 1996, 612 ff. stellt mit Recht fest, daß die Siedlungsarchäologie der mediterranen Länder ein Feld sei, "aus dem sich die Klassische Archäologie deutscher Observanz allerdings längst verabschiedet hat".
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  83. Das Projekt Elsbachtal im Bereich des Braunkohletagebaues Garzweiler Nord (Frimmersdorf 114) stellt einen Markstein in der römischen Kulturlandschaftsforschung dar; letzter Überblick S.K. Arora und W.-D. Becker u.a., Bonner Jahrb. 195, 1995, 251 ff.; J. Biel (Hrsg.), Anthropogene Landschaftsveränderungen im prähistorischen Südwestdeutschland. Archäolog. Inf. aus Baden-Württemberg, Stuttgart 1995; M. Bell und J. Boardman (Hrsg.), wie Anm. 64; der steigende Bedarf an Nahrungsmitteln, die intensivierte römische Landwirtschaft und der hohe Einschlag von Holz zum Bau und als Energieträger hat zu einer starken, allgemeinen Erosion geführt; deren "verhängnisvolle Auswirkung" auch auf die Ökosysteme unmittelbar außerhalb des Imperiums hat v. a. W. Groeman-van Waternige betont, z.B. Offa 37, 1980, 366 ff.
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  84. Die Tagung des Arbeitskreises für genetische Siedlungsforschung in Mitteleuropa 1994 in Leipzig befaßte sich mit "Brüche in der Kulturlandschaftsentwicklung"; alle Vorträge sind publiziert in: Siedlungsforschung 13, 1995; vgl. auch laufend Kulturlandschaft. Zeitschr. f. angewandte Hist. Geographie 1, 1991 ff. H. Wöhse, Schutz historischer Kulturlandschaften. Beitr. z. räumlichen Planung 34, Hannover 1994
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